Die australische Regierung überprüft den Pachtvertrag des chinesischen Unternehmens Landbridge für den kommerziell und militärisch genutzten Hafen von Darwin. Der 2015 geschlossene Vertrag läuft über 99 Jahre. Verteidigungsminister Peter Dutton sagte der Zeitung „Sydney Morning Herald“, am Ende der Überprüfung „werden wir uns Optionen anschauen, die in unserem nationalen Interesse sind“. Die Landbridge Gruppe, die dem Milliardär Ye Cheng gehört, hat laut Medienberichten enge Verbindungen zum chinesischen Militär.

Der Pachtvertrag mit der chinesischen Firma bereitet nicht nur der australischen Regierung, sondern auch dem Bündnispartner USA Sorgen. Darwin ist der wichtigste Hafen an der australischen Nordküste. Er gilt als Eingangstor zu den asiatischen Märkten und als potentielle Drehscheibe für Rohstoff- und Agrarexporte.

USA haben Marinebasis in Darwin 

Die US-Marineinfanterie hat dort eine Basis. Die Stationierung war Teil der Asienstrategie des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, nachdem China in der Region immer selbstbewusster aufgetreten war.

Der australische Verteidigungsminister Peter Dutton (Archivbild)

Australien hatte im vergangenen Jahr seine Gesetze für ausländische Investoren überarbeitet. Sie geben der Regierung nun ein Vetorecht bei Vertragsprojekten für wesentliche Infrastruktur. Außerdem ermöglichen sie die Überprüfung bereits unterzeichneter Verträge und als Folge dessen die Auferlegung neuer Konditionen oder die Annullierung des Kontrakts.

Zu Darwin will die Regierung von Premierminister Scott Morrison in diesem Jahr eine Entscheidung fällen. Sollte der Pachtvertrag mit Landbridge annulliert werden, würde dies die ohnehin stark angespannten Beziehungen zu Peking noch weiter verschärfen.

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