Zunächst sollte seine Mission nach 30 Tagen zu Ende sein. Doch der Minihubschrauber »Ingenuity« soll deutlich länger auf dem Mars herumschwirren als zunächst geplant. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Mission zunächst um 30 Tage verlängert. »Nach dieser 30-Tage-Periode werden wir uns anschauen, wo wir stehen«, sagte Nasa-Managerin Lori Glaze auf einer Pressekonferenz. »Es gibt die Möglichkeit, darüber hinaus zu gehen.« Wie lange, hänge auch davon ab, wie gut Technik und Energieversorgung des Hubschraubers durchhielten.

Ein am Donnerstag zunächst gescheiterter vierter Startversuch des Helikopters wurde unterdessen am Freitag erfolgreich nachgeholt. Der Helikopter sei dabei weiter und schneller unterwegs gewesen als bei den vorherigen Flügen und habe zusätzliche Fotos gemacht, teilte die Nasa mit. In etwa einer Woche sei der nächste Flug geplant.

Am 19. April war »Ingenuity« (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben – und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach hatte er noch zwei weitere Flüge absolviert – weiter und schneller als zuvor. Beim vierten Startversuch am Donnerstag war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter dann allerdings nicht wie geplant vom Boden abgehoben. Aus zunächst nicht eindeutig geklärten Ursachen schaltete »Ingenuity« nicht in den Flugmodus um, der für das Abheben eine Voraussetzung ist. Das Problem war den Nasa-Ingenieuren bereits von vorherigen Tests bekannt.

Bis auf dieses Problem, für das derzeit an mehreren möglichen Lösungen und Überbrückungen gearbeitet werde, funktioniere der Hubschrauber bislang aber einwandfrei, sagte Nasa-Ingenieur Bob Balaram. »›Ingenuity‹ hat uns überrascht, es war alles so perfekt«, sagte Projektchefin MiMi Aung. Nasa-Manager Thomas Zurbuchen sprach von einem durchschlagenden Erfolg der Mission.

Extreme Temperaturen, dünne Atmosphäre

Der Hubschrauber muss auf dem Mars…