Die Coronapandemie hat Indien fest im Griff. Zuletzt infizierten sich mehr als 400.000 Menschen täglich neu mit dem Virus – Tendenz weiter steigend. Mitten in der wohl schwersten Gesundheitskrise der Landesgeschichte wurde in mehreren Bundesstaaten gewählt.

Die hindu-nationalistische Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi hat dabei zumindest in einem wichtigen Bundesstaat eine Niederlage erlitten. In Westbengalen gelang es der BJP nicht, die amtierende Chefministerin des Bundesstaates, Mamata Banerjee, zu bezwingen.

Siegesfeier ohne Sicherheitsabstand

Modi gratulierte Banerjee auf Twitter zum Wahlsieg. Man werde die Provinz weiter mit allen Mitteln unterstützen, um die Ansprüche der Menschen zu erfüllen und die Pandemie zu überstehen, schrieb er.

Westbengalen liegt im Osten des Landes und zählt mit mehr als 90 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Indiens. Modi war trotz bereits extrem hoher Corona-Fallzahlen mehrmals zu Wahlkampfveranstaltungen nach Westbengalen gereist und hatte dort Ansprachen vor Zehntausenden Menschen gehalten. Nach der Wahl ignorierten jedoch auch etliche Anhänger der All India Trinamol Party der Wahlsiegerin Banerjee die Corona-Abstandsregeln und feierten gemeinsam den Wahlsieg.

Auch in den südlicheren Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala reichte es für Modis BJP nicht zum Sieg. In Assam konnte sich die Partei dagegen eine weitere Amtszeit sichern.

Bereits vor der dramatischen Zuspitzung der Corona-Lage in Indien bröckelte der lokale Rückhalt für Modis Partei. Die nächsten landesweiten Wahlen stehen jedoch erst 2024 an.

Nach neuen Höchstwerten am Wochenende wurden in Indien am Montag fast 370.000 Corona-Neuinfektionen und mehr als 3400 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. In zahlreiche Krankenhäusern – etwa in der Hauptstadt Neu-Delhi – fehlt es an Sauerstoff, um Covid-19-Patienten zu beatmen.

Bundeswehr-Maschine mit Beatmungsgeräten eingetroffen

Am Samstagabend…