Erst der Streit über die gekippte Osterruhe, dann mehrere Tage Bedenkzeit, schließlich ein bundesweites Gesetz, das im Eiltempo durch Bundestag und Bundesrat musste: Mit dem Notbremsengesetz hatte sich die Regierung fast den gesamten April beschäftigt. Am Samstag vor einer Woche trat es in Kraft. Und scheint nach Sicht deutscher Intensivmediziner zu wirken.

Angesichts sinkender Infektionszahlen ziehen die Medizinerinnen und Mediziner eine erste positive Bilanz der bundesweiten Corona-Notbremse. »Wir sind zuversichtlich, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinken wird – und das hängt dann unmittelbar mit den Maßnahmen der Bundesnotbremse, wie aber auch dem deutlichen Fortschritt beim Impfen zusammen«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Düsseldorfer »Rheinischen Post«.

»Die Bundesnotbremse hat viele Tausend Menschenleben retten können«

Das rückläufige Infektionsgeschehen werde auf den Intensivstationen in einer Woche sichtbar, »davon sind wir überzeugt«, sagte Marx weiter. »Die Bundesnotbremse hat aus unserer Sicht also viele Tausend Menschenleben retten können.«

Von einer Entspannung auf den Intensivstationen könne aber noch keine Rede sein. Seit einer guten Woche sei eine »Plateaubildung« bei der Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen von um die 5000 Patienten zu beobachten. Es liegen weniger Patientinnen und Patienten auf den Stationen – diese aber im Schnitt deutlich länger. Dennoch zeigte Marx sich zuversichtlich: »Wir haben berechtigte Hoffnung, dass die Kombination Bundesnotbremse plus fortschreitende Impfkampagne uns die Pandemie in den nächsten Monaten bewältigen lässt, also dass die dritte auch die letzte große Covid-Patienten-Welle war.«

Seit rund einer Woche sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland. Am Montagmorgen lag sie laut RKI bundesweit bei 146,9. Insgesamt wurden 9160 Corona-Neuinfektionen…