»Mit der AfD wird nicht kooperiert, nicht koaliert, nicht mal verhandelt«, sagte Laschet in Berlin. »Die sind unser erklärter politischer Gegner.« Ziel sei es, dass sie aus den Parlamenten verschwinde. Indirekt an Maaßen gerichtet, sagte Laschet, er erwarte, dass sich alle CDU-Mitglieder an seine Regelung halten, »auch der Kandidat in Suhl-Schmalkalden«. Er habe aber keinen Grund, daran zu zweifeln, dass sich Maaßen dieser CDU-Linie bewusst sei.

Mit 37 von 43 Stimmen – 86 Prozent – war der umstrittene Ex-Verfassungsschutzchef am Freitagabend zum Direktkandidaten gewählt worden. Die Nominierung des 58-Jährigen, der vor allem wegen seiner Haltung zur Flüchtlingspolitik seit Jahren polarisiert, löste am Wochenende heftige Reaktionen aus, auch in der Union.

Besonders deutlich wurde die nordrhein-westfälische Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (CDU), einer Vertrauten Laschets. »An die 37 Parteikollegen in Südthüringen: Ihr habt echt den Knall nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen? Wer so große Angst vor der AfD hat, hat so vieles längst aufgegeben. Ein bitterer Tag«, schrieb sie bei Twitter.

Höcke-Stimmen abjagen

CSU-Generalsekretär Markus Blume sprach von einem »schwierigen Signal für den Gesamtkurs der Union«. »Umso wichtiger ist, dass es bei der klaren Abgrenzung zur AfD kein Wackeln gibt.« Darauf pochte auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Er erwarte von jedem Kandidaten ein klares Bekenntnis zu Werten und Politik der CDU sowie eine scharfe Abgrenzung zur AfD, sagte Ziemiak dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Politiker von SPD, Grünen und Linke warfen der CDU vor, mit Maaßen am rechten Rand zu fischen.

Maaßen selbst wies den Vorwurf einer AfD-Nähe bei seiner Bewerbung am Freitagabend in Suhl von sich. Er habe als Verfassungsschutzpräsident 2018 die AfD-Prüfung initiiert – nach Recht und Gesetz, nicht nach Opportunität, sagte er. Mit ihrem Parteitag…