»Sie kauft goldene Tapeten.« Mit diesem Satz soll der britische Premierminister Boris Johnson Mitarbeitern im vergangenen Jahr von den Inneneinrichtungsplänen seiner Verlobten Carrie Symonds berichtet haben. Offenbar hielt sie den Warenhaus-»Albtraum«, den Ex-Premierministerin Theresa May in Downing Street hinterlassen haben soll, nicht mehr aus. Es wurde umdekoriert.

Mittlerweile sind die Worte durch sämtliche britischen Medien gegangen. Die Luxusrenovierung von Johnsons Dienstwohnung ist nämlich längst mehr als eine Frage des guten Geschmacks. Der britische Premier steht unter Verdacht, die kostspieligen Einrichtungswünsche seiner Partnerin mithilfe eines heimlichen Spenders finanziert zu haben.

Für Umbauten seines Dienstsitzes stehen Johnson maximal 30.000 Pfund Steuergeld zu. Die vorgenommene Renovierung soll diesen Betrag jedoch weit überschritten haben. In unbestätigten Berichten ist die Rede von etwa 200.000 Pfund (rund 230.000 Euro). Nicht nur die Medien im Vereinigten Königreich rätseln nun, wer für die Goldtapete aufgekommen ist. Die Wahlkommission hat eine offizielle Ermittlung eingeleitet. Im Raum steht dabei der Verdacht eines Spenden- und Vertuschungsskandals.

Während Johnson zunehmend in Erklärungsnot gerät, rückt seine Verlobte weiter in den Fokus der Aufmerksamkeit. In sozialen Netzwerken sammeln sich unter dem Hashtag #CarrieAntoinette teils bissige, teils humorvolle Reaktionen.

Unabhängig davon, ob der Hashtag sexistisch ist, glauben viele, dass der Vergleich mit der verwöhnten und naiven französischen Königsgattin, die nach der Revolution 1793 unter der Guillotine starb, Symonds nicht gerecht wird. Bereits seit Längerem wird spekuliert, dass Symonds Einfluss in der Downing Street weit über Entscheidungen beim Dekors hinausgeht.

Symonds soll Einfluss auf Personalentscheidungen haben

Die 33-Jährige arbeitete früher als Kommunikationsfachfrau im Hauptquartier der Konservativen Partei. Sie gilt als ehrgeizig, wurde 2018 mit 29 Jahren…