Ausgebildet und risikobereit
Gründer mit Migrationsgeschichte krempeln Start-up-Szene um

Naren Shaam gründete 2012 in Berlin die Reiseplattform Omio. Foto: Omio/dpa

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Die Geschichte des Start-ups Biontech rückt Gründer mit Einwanderungsgeschichte in den Fokus. Was treibt diese Gründerszene an – und was steht ihr im Weg?

Was haben der Impfstoffhersteller Biontech, der Lebensmittellieferdienst Gorillas und die Reiseplattform Omio gemeinsam? Sie alle kommen aus der Start-up-Szene und wurden von Menschen aus Einwandererfamilien gegründet.

Die neue migrantische Gründerszene ist gut ausgebildet, risikobereit und stärkt den Standort Deutschland, wie eine Studie zeigt. Doch der bürokratische Dschungel, Sprachbarrieren und mangelnde Finanzierung machen es Gründerinnen und Gründern mit ausländischen Wurzeln nach wie vor schwer. Branchenvertreter fordern deshalb Erleichterungen.

Rund jedes fünfte Start-up in Deutschland wurde zuletzt von Migranten der ersten oder zweiten Generation gegründet, wie aus einer Sonderauswertung des Deutschen Start-up-Monitors hervorgeht. Der «Migrant Founders Monitor» des Bundesverbands Deutscher Start-ups und der Friedrich-Naumann-Stiftung analysiert die Lage von 354 Start-ups, die von Menschen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte gegründet wurden.

Demnach bringen vor allem im Ausland geborene Gründer öfter einen Uni-Abschluss mit als der Durchschnitt. Fast jeder Dritte strebt den Verkauf des Start-ups für mindestens 100 Millionen Euro an – im Schnitt planen das nur rund 20 Prozent. Und der hohe Anteil an Gründern mit Migrationserfahrung in der Frühphase des Unternehmensaufbaus spreche für eine aktuell hohe Dynamik, heißt es.

«Menschen mit Migrationshintergrund haben eine überdurchschnittliche Bedeutung für die deutsche Start-up-Szene, nicht nur als Gründerinnen…