Fußball in Manchester
Gespaltene Fußball-Metropole: Aufstand bei Manchester United, Champagner bei Manchester City

Manchester Citys Sergio Aguero im Spiel gegen Crystal Palace

© Steven Paston / DPA

Manchester City vertagt die praktisch sichere Meisterschaft, weil es beim Nachbarn Manchester United gehörig rumort. Fanproteste gegen die milliardenschweren Inhaber führen zur Spielabsage. Bei Man City stört sich niemand an den Clubbesitzern. Das hat sportliche Gründe.

Nur sieben Kilometer liegen zwischen Manchester Citys Etihad-Stadion und dem Old Trafford, der Heimstätte von Manchester United. Auch in der Premier-League-Tabelle sind die Fußballclubs Nachbarn. Und doch liegen gerade nicht nur 13 Punkte, sondern Welten zwischen den Rivalen. Man City hat ein Stimmungshoch, steht kurz vor dem siebten Meistertitel und könnte erstmals das Finale der Champions League erreichen. United steht mit einem Bein im Europa-League-Endspiel und wird wohl Vizemeister, doch das Klima ist vergiftet. Das hatte nun sogar Auswirkungen auf Citys Meisterschaft.

„Wir können schon mal den Champagner in den Kühlschrank stellen“, hatte Man-City-Trainer Pep Guardiola am Samstag nach dem 2:0-Sieg bei Crystal Palace gesagt, „noch nicht öffnen, aber schon mal dran denken.“ Am Sonntag hätte Man City dann sogar anstoßen können. Wenn Lokalrivale United gegen den FC Liverpool verloren hätte, wäre City rechnerisch nicht mehr einzuholen gewesen. Doch dazu kam es nicht.

Proteste bei Manchester United

Die Partie im Old Trafford wurde abgesagt, nachdem wütende Fans von Manchester United wenige Stunden vor dem Anpfiff ins Stadion eingedrungen waren und den Rasen gestürmt hatten – ein Protest gegen die United-Besitzer, der aus dem Ruder lief. „Glazers out“ riefen die Anhänger lautstark. Die verworfenen Pläne für eine europäische Super League, zu deren Initiatoren Man United gehörte, waren…