Mit einem Plus von 3 Prozent sind die Arbeitskosten in Deutschland im vergangenen Jahr etwas schneller gestiegen als im EU-Durchschnitt. Arbeitgeber von Industrie und Dienstleistern zahlten 2020 durchschnittlich 36,70 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Durchschnitt der Europäischen Union (EU) gab es ein Plus von 2,9 Prozent auf 28,00 Euro.

Deutschland liegt damit auf Rang Sieben – hinter Dänemark (46,90 Euro), Luxemburg (41,80 Euro), Belgien (41,40 Euro), Schweden (39,80 Euro), Frankreich (38,10 Euro) und Österreich (38,00 Euro). Die geringsten Kosten gibt es in Bulgarien (6,40 Euro) und Rumänien (7,70 Euro).

In der Industrie, die besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland durchschnittlich 41,60 Euro. Hier rangiert Deutschland im EU-Vergleich wie 2019 auf Platz drei. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 46 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (28,50 Euro). Bei Dienstleistungen lag die Bundesrepublik mit 34,10 Euro auf dem siebten Rang (21 Prozent über dem EU-Durchschnitt), nach Rang neun 2019.

Corona-Hilfen wirken sich auf Lohnnebenkosten aus

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Arbeitgeber in Deutschland zahlten 2020 bei Industrie und Dienstleistern auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten – und damit weniger als im EU-Schnitt von 32 Euro. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (47 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt.

Die Corona-Hilfen der einzelnen Regierungen haben sich auch auf die Lohnnebenkosten ausgewirkt. Neben Kurzzeitarbeitsregelungen waren Subventionen oder Steuervergünstigungen ein wesentliches Element, um die Folgen der Corona-Krise auf Unternehmen und Beschäftigte abzufedern. »Steigen diese Zahlungen, so sinken anteilig die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber«, erklärten die Statistiker.

In Irland haben sich deshalb die Lohnnebenkosten je 100 Euro…