Das Ende der Ära Merkel rückt näher. Nach Bundestagswahl im Herbst und folgender Regierungsbildung ist für die Kanzlerin Schluss. So hat sie es bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Sie wird am Ende gut 16 Jahre im Amt gewesen sein, vier Amtsperioden lang.

Bei den Deutschen stößt das auf Zustimmung.

So sprechen sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL 70 Prozent für eine Amtszeitbegrenzung aus. Die Befürworter einer Befristung spalten sich dabei allerdings noch einmal in zwei Gruppen.

Denn neben der Amtszeitbefristung für Kanzlerin oder Kanzler wird derzeit auch eine Verlängerung der Wahlperiode von vier auf fünf Jahre diskutiert. Dieser Vorschlag kommt unter anderen ebenfalls vom CDU-Politiker Althusmann. Der SPIEGEL-Umfrage zufolge stößt das bei knapp einem Viertel auf Zuspruch.

Nahezu doppelt so viele Befragte wollen die Kanzlerschaft auf höchstens zwei Amtszeiten à vier Jahre festsetzen – und sprechen sich damit auch für eine Beibehaltung der derzeitigen Wahlperiodenlänge aus. Eine weiterhin unbefristete Kanzlerschaft unterstützen 22 Prozent der Befragten.

Unter den Anhängern von Union und Grünen befürworten jeweils 65 Prozent eine Befristung der Kanzlerschaft. SPD-Anhänger liegen mit 67 Prozent leicht darüber. Deutlich größer ist der Zuspruch für eine Befristung noch unter Linke-, FDP- und AfD-Sympathisanten.

Mit Blick auf Angela Merkel selbst meinen zwei Drittel, sie sei zu lange im Amt. Schaut man auf die jeweiligen Wahlabsichten, zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in der Einschätzung.

Unter den Anhängern ihrer eigenen Parteienfamilie sagt nur gut die Hälfte, Merkel sei zu lange im Amt gewesen. Unter den Wählern des Koalitionspartners SPD hätten sich 66 Prozent ein früheres Ende der Ära Merkel gewünscht. Bei den Grünen sind es 60 Prozent.

Unter den Anhängern der anderen Oppositionsparteien sind die Werte deutlich höher. 68 Prozent der Linkenanhänger, 86 Prozent der…