Seit 2019 gilt die Junge Alternative (JA) dem Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall. Nun sorgt eine Personalie aus den Reihen des AfD-Jugendverbandes für neuen Ärger. Erst vor zwei Wochen war Marvin Neumann zum neuen Co-Vorsitzenden der JA gewählt worden, nun hat er seinen Austritt aus der AfD erklärt. Eine Begründung gab er nicht ab.

Neumann war in der vergangenen Woche wegen früheren Äußerungen in sozialen Medien in die Kritik geraten. Die AfD-interne »Arbeitsgemeinschaft Verfassungsschutz« warnte entsprechend in einem internen Schreiben: Social-Media-Beiträge von Neumann hätten das Potenzial, die JA durch das Bundesamt für Verfassungsschutz »unmittelbar als erwiesen extremistische Bestrebung hochzustufen«. Der Bundesvorstand setzte das Thema daraufhin für diesen Montag auf die Tagesordnung einer Telefonkonferenz.

Die Vorwürfe gegen Neumann sind umfangreich. Das Schreiben der internen Arbeitsgruppe listet zahlreiche Screenshots von Posts eines »Marvin T. Neumann« auf Twitter und »vermutlich auf Facebook« auf. Man sei »fassungslos«, schreibt Knuth Meyer-Soltau, der neue Leiter der Arbeitsgruppe, in dem Brief an den Bundesvorstand.

So hatte »Marvin T. Neumann« demnach am 2. Dezember 2020 getwittert: »Andere weiße Europäer bzw. ihre Nachfahren könn(t)en Deutsche werden, Schwarzafrikaner aber nicht.«

Es gebe, so heißt es an anderer Stelle weiter, keine »Schwarzen Deutsche und Europäer«, diese seien »bestenfalls Teil der Gesellschaft und besitzen bestimmte Staatsbürgerschaften, aber sie sind nicht Teil einer tradierten, authentischen, ›europäische (n) Identität«.

Im Dezember 2020 schrieb er auch von einer »ethnischen Komponente« des deutschen Volkes und davon, dass die »Mehrheitsgesellschaft ethnisch autochthon« sein solle. Und er fügte später noch hinzu: »Doch der Kern dessen muss das Eigene sein; die Blutsbande, die Familie.«

Am 30. März 2021 verfasste er den AfD-Unterlagen zufolge diesen Eintrag: »Wenn die…