93 verletzte Polizistinnen und Polizisten, 354 Festnahmen: Das ist die Bilanz der Kundgebungen vom 1. Mai in Berlin. Angesicht der Krawalle hat Grünenchefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Angriffe auf Beamte scharf kritisiert. »Barrikaden anzuzünden und gewaltsam auf Polizistinnen und Polizisten loszugehen, ist kriminell und in keinster Weise akzeptabel«, sagte Baerbock der »Bild«-Zeitung. Wer so etwas tue, handele »wider den demokratischen Konsens und schwächt das Anliegen jener friedlichen Kundgebungen, die am 1. Mai auch stattgefunden haben.«

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei (CDU) warnte mit Blick auf die Ausschreitungen vor einem Zurückweichen des Staates. »Die Polizei muss mit aller Konsequenz gegen diese Gewalt vorgehen, wenn wir nicht einen schlimmen Vertrauensverlust in die staatliche Durchsetzungsfähigkeit erleiden wollen«, sagte Frei der »Welt«.

Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Dirk Wiese, forderte die »volle Härte des Gesetzes« gegen jene, die sich bei Demonstrationen nicht an Auflagen hielten oder durch Gewalt und Randale auffielen. Dabei sei es »egal, ob auf sogenannten Querdenker-Demos oder am 1. Mai in Berlin.«

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verurteilte die Ausschreitungen »aufs Schärfste«. »Die vielen verletzten Einsatzkräfte sind eine bittere Bilanz, die mich wütend macht.«

Linke, Revolutionäre, Querdenker

Die traditionellen Demonstrationen zum 1. Mai waren am Samstag in Berlin zunächst weitgehend friedlich verlaufen, am Abend war es jedoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Es flogen Steine und Flaschen gegen Einsatzkräfte. Randalierer zerrten Müllcontainer und Paletten auf die Straße und zündeten sie an, die Polizei setzte teils Pfefferspray ein. Die Polizistinnen und Polizisten nahmen mehrere Menschen wegen schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs und gefährlicher Körperverletzung fest.

Gut 7600 Beamte waren nach Polizeiangaben im…