Die iranische Regierung will die vier US-Amerikaner freilassen, die in Teheran der Spionage beschuldigt werden, wenn die USA ihrerseits die vier in den Vereinigten Staaten festgehaltenen Iraner freilassen – und dazu sieben Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern freisetzen würde.

In Washington sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price der Nachrichtenagentur Reuters: »Berichte, dass ein Gefangenenaustausch-Deal erreicht wurde, sind nicht wahr«. Auch Ron Klain, Stabschef des Weißen Hauses, dementierte den Bericht. »Leider ist dieser Bericht unwahr. Es gibt keine Vereinbarung zur Freilassung dieser vier Amerikaner«, teilte er in der CBS-Sendung »Face the Nation« mit.

Derzeit finden in Wien Verhandlungen über den Atomdeal mit Iran statt und die Delegationen aus Washington und Teheran scheinen aufeinander zuzugehen, auch wenn sie nicht direkt miteinander sprechen. Seit die Regierung Trump vor drei Jahren den Deal aufgekündigt hat, ist das ohnehin belastete Verhältnis beider Länder so zerrüttet, dass die versammelten Diplomaten sich erst einmal auf einen politischen Fahrplan einigen müssen. Es sind die wohl schwierigsten Verhandlungen, die zurzeit in der globalen Politik geführt werden. Der russische Verhandlungsführer Michail Uljanow sagte dem SPIEGEL: »Am besten wäre es, wir würden die Verhandlungen bis zum 21. Mai abschließen.« (Lesen Sie hier das ganze Interview)

Der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, sagte in der ABC-Sendung »This Week« am Sonntag, dass in Wien keine Einigung mit Iran erzielt worden sei. »Es gibt noch eine ziemliche Strecke zu reisen, um die verbleibenden Lücken zu schließen. Und diese Lücken betreffen die Frage, welche Sanktionen die Vereinigten Staaten und andere Länder zurücknehmen werden.«

Das iransiche Staatsfernsehen zitierte ebenfalls einen Beamten, der verkündete, dass die britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe freigelassen werden würde, sobald…