Es ist das schlimmste zivile Unglück in der Geschichte des modernen Staates Israel. Viele stellen die Frage, wer verantwortlich ist für die Sicherheitsmängel bei der Großveranstaltung auf dem Berg Meron. Zwei Tage nach der Massenpanik steht aber erst einmal die Trauer um die 45 Toten im Vordergrund.

Mit einer eintägigen Staatstrauer gedenkt das Land der Opfer, die in der Nacht zum Freitag bei einem Gedränge am Berg Meron ums Leben gekommen waren. Dort hatten sich Zehntausende meist ultraorthodoxe Juden zum jüdischen Festtag Lag BaOmer versammelt.

Flaggen an öffentlichen Gebäuden, Militärbasen sowie an diplomatischen Vertretungen Israels in aller Welt wurden am Sonntag auf Halbmast gesetzt. Geplante Sportveranstaltungen wurden abgesagt, auch die wöchentliche Kabinettssitzung fand nicht statt.

Stilles Gedenken an die Opfer an der Klagemauer in Jerusalem

Auch Papst Franziskus gedachte der Opfer: „Mit Trauer drücke ich meine Nähe zum israelischen Volk für den Vorfall am vergangenen Freitag auf dem Meron-Berg aus“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor einigen Tausend Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin besuchte das rechtsmedizinische Institut Abu Kabir in Tel Aviv, wo die Leichen identifiziert worden waren. Der Schmerz der Angehörigen sei unfassbar, sagte Rivlin. Unter den Toten wurden auch ausländische Staatsbürger aus den USA, Kanada und Argentinien identifiziert. Etwa 150 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich. 

In Israel wurden unterdessen auch Rücktrittsforderungen gegen die zuständigen Minister laut. Polizeiminister Amir Ochana von der rechtskonservativen Likud-Partei schrieb auf seiner Facebook-Seite, er werde nach der Identifizierung und Beerdigung aller Todesopfer vor die Kameras treten. Er sei zu jeder Untersuchung bereit. „Ich bin verantwortlich – aber Verantwortung bedeutet nicht Schuld.“

Sicherheitskräfte in der Kritik

Nach ersten Erkenntnissen begann die Massenpanik, als…