Grüne und CDU werden in Sachsen-Anhalt keine Freunde mehr – auch wenn sie seit nunmehr fünf Jahren zusammen regieren. Unterstrichen hat das gerade erst die christdemokratische Justizministerin Anne-Marie Keding. Auf Facebook teilte sie ein Bildchen, das man getrost als geschmacklos bezeichnen kann.

»Ohne Herzschlag wird man weiß. Ohne Sauerstoff wird man blau. Ohne Gehirn wird man grün«, war da zu lesen. Neben dem letzten Satz ist eine Karikatur der Grünenpolitikerin Claudia Roth zu sehen. Inzwischen hat sich die Ministerin für den Post entschuldigt und ihn gelöscht. Sie habe »unabsichtlich eine Karikatur geteilt, die ich inhaltlich ablehne und nicht weiter verbreiten wollte«.

Das Facebook-Spiel gab es bereits andersherum, nur, dass in diesem Fall niemand behaupten konnte, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Ende 2019 verbreitete Grünenministerin Claudia Dalbert eine Erklärung mit der Überschrift: »Wie viele Hakenkreuze haben Platz in der CDU?« Es ging um den CDU-Kreisvorstand Robert Möritz, der eine sogenannte schwarze Sonne, ein Erkennungssymbol der rechtsextremen Szene, auf seinem Arm tätowiert hatte und die Partei schließlich verließ. Die CDU-Fraktion war dermaßen empört, dass sie die Grünenministerin in die Fraktion einbestellte.

So geht es seit 2016, als sich das Keniabündnis in Magdeburg aus der Not heraus zusammenfand. Immer wieder wackelte die Koalition bedenklich, immer wieder raufte man sich zusammen. Auch als der CDU-Fraktionsvorsitzende kürzlich eine positive Bilanz der Regierungsarbeit zog, konnte er sich diverse Seitenhiebe auf den kleinen, grünen Koalitionspartner nicht verkneifen.

Wenn nun am 6. Juni in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen anstehen, wird dies auch eine Abstimmung darüber sein, wie sehr die Wähler mit der streitlustigen Koalition zufrieden sind. Tatsächlich sah es lange so, als würden CDU, SPD und Grüne in die ungewollte Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit gezwungen. Doch nun kommt Bewegung in die politische…