Utah müsste für Mitt Romney eigentlich ein Heimspiel sein. Es gilt als Hochburg seiner Republikaner und der erzkonservative Politiker vertritt den Mormonen-Staat im US-Senat. Doch an der Parteibasis in West Valley City sieht sich der US-Präsidentschaftskandidat von 2012 heftigem Gegenwind ausgesetzt.

Ehe der prominente Kritiker von Ex-Präsident Donald Trump seine Rede halten konnte, wurde er von Anhängern der eigenen Partei ausgebuht und beschimpft. Als er versuchte das Wort zu ergreifen, warfen ihm viele vor, ein »Verräter« und ein »Kommunist« zu sein. Die Missbilligungen endeten laut »Salt Lake Tribune« erst, nachdem der Landespolitiker Derek Brown die Delegierten ermahnte, auch Romney gegenüber »Respekt« zu zeigen.

»Ist Ihnen das nicht peinlich?«, fragte demnach Romney anschließend die rund 2000 Delegierten seiner Partei, die sich erstmals seit den Einschränkungen der Pandemie wieder versammelt hatten. Er sei ein Mann, der sage, was er meine – und räume auch ein, so seine Probleme mit dem früheren Präsidenten Donald Trump gehabt zu haben, der an der Basis vielerorts noch geschätzt wird. »Ihr könnt buhen so viel Ihr wollt«, sagte Romney. Er sei dennoch sein ganzes Leben lang durch und durch Republikaner.

Streit über Trumps Rolle in der Partei

Romney hatte nach dem Sturm auf das Kapitol zusammen mit sechs weiteren Republikanern das im US-Kongress diskutierte Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen Präsidenten unterstützt. Für eine Verurteilung hatte es wegen einer fehlenden Zweidrittelmehrheit im Senat aber nicht gereicht. Romney hatte bereits ein Jahr zuvor im Impeachment-Verfahren wegen der Ukraine-Affäre gegen Trump gestimmt – damals als erster Senator in der US-Geschichte, der sich gegen den Präsidenten der eigenen Partei wandte.

Viele Republikaner hatten Romney auf dem Parteitag in Utah für seine Stimme gegen Trump beim jüngsten Impeachment-Verfahren gerne tadeln wollen. Ein entsprechender Antrag scheiterte nach den Buhrufen jedoch…