In Zeiten von Insektensterben und schwindender Vielfalt in der Natur, sind Rufe nach Alternativen für die chemischen Keulen in der konventionellen Landwirtschaft laut: Pestizide vernichten nicht nur die gewünschten Schädlinge, sondern auch andere Tiere und Pflanzen. Nützlinge wie Bienen und weitere wichtige Bestäuber werden beispielsweise durch sogenannte Neonicotinoide getötet, haben Studien gezeigt.

Einen interessanten Ansatz, wie es auch anders gehen könnte, haben Unternehmer aus Großbritannien vorgelegt. Die Waffe gegen Unkraut auf dem Acker heißt »Dick«. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der Felder systematisch abfährt und mit einer Tesla-Batterie angetrieben wird. Sobald seine Sensoren die Muster von bestimmten Unkräutern ausgemacht haben, fährt eine Elektrode zum Erdboden herab und gibt einen Stromschlag von 8000 Volt ab. Das Kraut verbrennt und ist tot.

Zur Sicherheit ist »Dick« mit Lasersensoren ausgestattet. Erkennen diese ein Hindernis, stoppt das Gerät automatisch. Auch eine manuelle Abschaltung per Notaus-Knopf ist möglich. Noch ist »Dick« ein Prototyp, aber in diesem Jahr sollen Feldversuche mit ihm beginnen.

Den Roboter hat die Smallrobotcompany mit Sitz nahe Southampton in Südwestengland gebaut. Die Stromschlag-Technik stammt vom Unternehmen rootwave. »Dick« ist aber nur einer von mehreren Automaten, der zum Einsatz kommen soll. Bevor der Unkrautkiller über die Anbaufläche fährt, scannt ein weiterer Roboter namens »Tom« das Feld und liefert seine Daten an eine separate Steuereinheit, »Wilma« genannt.

Der Scout-Roboter sei bereit für den kommerziellen Einsatz und funktioniert auch zur Überwachung des Pflanzen- und Unkrautwachstums auf dem Feld. Er könne täglich rund sechs Terabyte an Daten zur Verfügung stellen, die Landwirten ermöglichen soll, rechtzeitig Probleme mit ihren Pflanzen zu erkennen. Zudem arbeite das Gerät, das mit zügigem Schritttempo die Felder abfährt, durch LED-Leuchten, wenn gewünscht auch nachts….