Annalena Baerbock ist die Frau, die Gewissheiten zerstören könnte. Zumindest aus Sicht von CDU und SPD. Hält sie die Grünen auf ihrem Umfragehoch, ist es vorerst vorbei mit dem Dauerabo der alten Volksparteien auf den Chefsessel am Kabinettstisch.

Gemessen daran klangen die ersten Reaktionen der Schwarzen und Roten auf Baerbocks Kür zur Grünen-Kanzlerkandidatin ziemlich freundlich.

Es werde ein »fairer, ein frischer, vielleicht auch manchmal ein fröhlicher« Wahlkampf, versprach CDU-Chef Armin Laschet. Und SPD-Kandidat Olaf Scholz übermittelte Baerbock seinen »herzlichen Glückwunsch«.

Fröhlich? Herzlich? Ist das der Wahlkampf-Sound im Jahr 2021?

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Grünenchefs Baerbock, Habeck bei der Verkündigung der Kanzlerkandidatur

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Sicher sollte man die anfänglichen Nettigkeiten nicht überbewerten. Dennoch: Die Grünen stellen die anderen vor ein gewaltiges Dilemma. Die Partei ist im Laufe der Jahre wandlungsfähig geworden. Das kann man für inhaltlich beliebig oder strategisch klug halten. Fakt ist aber: Eine Regierung ohne sie wird es aller Voraussicht nach nicht geben.

Egal ob Union, SPD, FDP oder Linke – wer Macht will, ist am Ende wohl auf die Grünen, auf Baerbock angewiesen. Wer sie jetzt angreift, muss das mitdenken.

Andererseits: Ohne Attacke wird es kaum gehen. Fast allen anderen Parteien drohen massive Verluste an die Grünen. Die Ökopartei ist reihum zur größten Konkurrenz geworden.

Wie gehen sie damit um, die Konservativen, Sozialdemokraten, Liberalen und Linken im Land? Was bedeutet es für sie, dass sie es nun mit Baerbock zu tun haben, die lange im Kandidatenringen der Grünen als Außenseiterin galt – und nicht mit dem bislang deutlich bekannteren Robert Habeck? Wie wollen sie Baerbock stellen? Und wo gibt es Anknüpfungspunkte?

Die Grünen-Konkurrenz im Baerbock-Check.

Union

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