Forstwirtschaft
Fichtenholz spaltet Bayern und Bund

Fichtenstämme liegen zur Abholung durch Waldarbeiter an einem Forstweg bereit. Foto: Lino Mirgeler/dpa

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Fichtenholz war bislang nicht als politischer Zündstoff bekannt. Doch das hat sich geändert. Der Bund will den von Naturkatastrophen und Preisverfall geplagten Waldbesitzern helfen – mit unerwünschten Folgen.

Die gut gemeinte Beschränkung des Holzfällens in Deutschlands Fichtenwäldern durch den Bund stößt angesichts akuten Bauholzmangels auf scharfen Protest bei Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Der stellvertretende Ministerpräsident und Freie-Wähler-Chef forderte die Bundesregierung am Sonntag zur schnellstmöglichen Rücknahme der Verordnung auf: «Dieses Gesetz muss sofort ausgesetzt werden, wenigstens für Waldbesitzer bis 50 Hektar», sagte Aiwanger.

In der erst vor wenigen Tagen in Kraft getretenen Verordnung schreibt der Bund Waldbesitzern und Forstbetrieben vor, dass sie im laufenden Wirtschaftsjahr weniger Fichtenholz einschlagen dürfen – nur noch maximal 85 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der Jahre 2013 bis 2017. Der Anlass: Wegen einer Borkenkäferplage, Trockenheit und Stürmen mussten in den vergangenen Jahren sehr viele Fichten geschlagen werden, Folge waren übervolle Holzlager und Preisverfall. Die Verordnung sollte helfen, die Preise zu stabilisieren.

Doch die neue Vorschrift des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist von der Realität überholt worden: Seit Anfang des Jahres klagt die Baubranche über Holzmangel, die Preise steigen wieder. «Die Einschlagsbeschränkung war wegen des überschüssigen Käferholzes gut gemeint, ist aber von der aktuellen Entwicklung am Holzmarkt überholt und stört massiv die Märkte», sagte Aiwanger dazu.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin konterte: Mehrere Länder…