Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollten die EU-Staaten nach Ansicht der EU-Kommission systematisch das Abwasser auf Coronaviren untersuchen. „Die Überwachung von Abwasser kann eine kostengünstige, schnelle und verlässliche Quelle für Informationen sein über die Verbreitung des Virus und seinen Varianten in der Bevölkerung“, sagte EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius der „Welt am Sonntag“. Die 27 Staaten sollten „schnellstmöglich effektive Abwasser-Überwachungssysteme einrichten“. Diese ließen sich innerhalb von maximal sechs Monaten auf die Beine stellen.

Nachweis von Drogen als Vorbild

Die Untersuchung von Abwasser sei generell „ein bewährtes Konzept bei der öffentlichen Gesundheitsüberwachung“. So nutzten beispielsweise mehrere europäische Metropolen wie Barcelona Stichproben von Abwasser, um Erkenntnisse über die Menge und die Art des Drogenkonsums zu gewinnen, erläuterte der Umweltkommissar.

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius: Überwachungssystem innerhalb eines halben Jahres möglich

Sinkevicius forderte, dass in Städten und größeren Gemeinden künftig möglichst zwei Stichproben wöchentlich genommen werden sollten. Diese wiederum sollten regelmäßig, vorzugsweise zweimal im Monat, analysiert werden. Die Analyse von Abwasser könne als Frühwarnsystem eingesetzt werden. „Wenn das Virus dagegen nicht im Abwasser nachgewiesen wird, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die untersuchten Gebiete als mit geringem Risiko behaftet angesehen werden können“, so der EU-Kommissar weiter.

Digitaler Impfpass leicht zu fälschen?

Unterdessen wurde bekannt, dass sich der geplante europäische Corona-Impfnachweis offenbar problemlos fälschen lässt. Nach Planungen des Bundesgesundheitsministeriums sollen die im gelben Impfpass eingetragenen Nachweise umstandslos in Arztpraxen, Impfzentren oder in Apotheken auf den neuen digitalen EU-Ausweis übertragen werden können, wie ebenfalls die „Welt am Sonntag“ berichtet. Da dieser Nachweis im gelben…