Von derlei Entwicklungen zumindest öffentlich unbeeindruckt, versuchen führende Unions-Politiker den Anspruch aufs Kanzleramt im Herbst zu untermauern. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sagte der »Welt am Sonntag«: »Die Union hat beste Chancen, das Kanzleramt wieder zu erobern.« Die Kernfrage laute, wem es am besten gelinge, Ökologie und Ökonomie zu verbinden.

»Die Kerninspiration für mehr Klimaschutz dürfen wir nicht den Grünen überlassen«, sagte Söder in dem Interview. »Die Grünen denken nur an radikalen Umweltschutz, ohne die Folgen für Arbeitsplätze im Blick zu haben. Die FDP hat vor allem radikale Marktinteressen im Blick, ohne die Nachhaltigkeit stärker zu bedenken. Nur die Union kann beides verbinden und kann damit am Ende erfolgreich sein.« Die Union müsse ihre Ideen für mehr Klimaschutz nach vorn stellen und hier Schrittmacher werden.

Günther schließt Kanzlerkandidaten-Wechsel aus

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht trotz des Machtkampfs zwischen Söder und Kanzlerkandidat Armin Laschet gute Chancen für die Union bei der Bundestagswahl. »Die Auseinandersetzung um die Kanzlerkandidatur war alles andere als hilfreich«, sagte der CDU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«. Allerdings sei bis zur Bundestagswahl im September noch genügend Zeit, um eine Regierungsmehrheit unter Führung der Union zu erringen. »Die derzeitige Stimmung schreckt mich nicht.«

Natürlich müssten CDU und CSU alles dafür tun, »dass wir es schaffen, eine Mehrheit zu erringen und wieder den Bundeskanzler zu stellen«, so Schäuble. »Ich glaube aber, wir haben gute Chancen dazu, wenn wir die richtigen inhaltlichen Themen setzen und in der Union geschlossen dafür kämpfen.«

Söder habe »unbestritten« Qualitäten. Es lieg »in der einzigartigen Struktur der Union«, dass die Kandidatenkür nicht einfach war. CDU-Chef Armin Laschet sei der richtige Mann in einer solchen Krisensituation, sagte Schäuble: »Armin Laschet hat…