Die Bundesregierung hat kurz vor der Bundestagswahl neue Spitzen-Beamtenstellen der höchsten Besoldungsgruppe B in den Ministerien genehmigt. Laut einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, über die die »Bild am Sonntag« berichtet, hat die Große Koalition seit Jahresbeginn 71 zusätzliche Stellen geschaffen, die mit Stufe B3 (8762 Euro pro Monat) oder B6 (10.412 Euro) bezahlt werden.

Wer als Beamtin oder Beamter eine dieser Stellen bekommt, behält sie bis zur Pensionierung und erhält auch danach wesentlich mehr Pension. Wenn Beamtinnen und Beamte mindestens 40 Dienstjahre in Vollzeit gearbeitet haben, erhalten sie den Höchstsatz von 71,75 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens als Pension

Altmaier vergibt 18 Stellen, Kramp-Karrenbauer und Karliczek jeweils elf

Die meisten neuen Topjobs hat demnach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit 18 zusätzlichen B-Stellen geschaffen. Jeweils elf neue Stellen schufen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Zehn zusätzliche B-Stellen genehmigte sich Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), sieben Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sorgte für einen Aufwuchs von fünf B-Stellen.

Harte Kritik kommt von der FDP. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Dürr sagte gegenüber »Bild am Sonntag«: »Während viele kleine Unternehmer nicht wissen, ob sie die Krise überstehen, werden in den Ministerien die Beamtensessel vergoldet. Das ist eine große Sauerei. Union und SPD müssen sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Regierung schwindet.«