Schlagstöcke, Tränengas, Verletzte: Die türkische Polizei hat am Samstag Dutzende Menschen festgenommen, die trotz eines Corona-Versammlungsverbots Kundgebungen zum Tag der Arbeit abhalten wollten.

Allein in Istanbul wurden mindestens hundert Demonstranten in Gewahrsam genommen, als sie versuchten, auf den symbolträchtigen Taksim-Platz und die angrenzende Einkaufsstraße Istiklal zu gelangen. In Ankara gab es laut örtlichen Medien mindestens elf weitere Festnahmen.

Noch bis zum 17. Mai gilt in der Türkei ein Lockdown

Die Beamten in Istanbul gingen teilweise brutal gegen die Demonstranten vor. Immer wieder drängten sie die Menge zurück oder trugen einzelne Teilnehmer gewaltsam fort. Der Istanbuler Zweig des Zeitgenössischen Anwaltsvereins, der auf die Verteidigung politisch sensibler Fälle spezialisiert ist, berichtete von insgesamt 170 Festnahmen.

Angesichts von massiv steigenden Infektions- und Todesfällen durch das Coronavirus gilt seit Donnerstag in der Türkei ein landesweiter Lockdown. Bis zum 17. Mai dürfen die Menschen ihre Häuser nur noch aus triftigen Gründen verlassen, alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sind geschlossen. Der Taksim-Platz ist bereits seit Jahren für Kundgebungen zum Tag der Arbeit gesperrt, immer wieder werden Demonstranten festgenommen, die dem Verbot trotzen wollen.