Soldaten haben im zentralafrikanischen Tschad bei Kämpfen gegen eine Miliz nach offiziellen Angaben mehrere hundert Rebellen getötet. Etwa 60 weitere Kämpfer der Rebellenbewegung »Front für Wandel und Eintracht im Tschad« (FACT) seien gefangengenommen worden, sagte General Azem Bermandoa Agouna, der Sprecher des Übergangs-Militärrats, am Freitag. Zudem wurden zahlreiche Fahrzeuge und Waffen der Miliz erbeutet, so Agounda.

Auf Seiten der Armee seien sechs Soldaten bei den Kämpfen getötet worden. Von unabhängiger Seite sind die Angaben der Armee nicht zu überprüfen, der Zugang zum Kampfgebiet ist für Journalisten verboten.

Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem die FACT am Donnerstag die Stadt Nokou, rund 390 Kilometer nördlich der Hauptstadt N’Djamena, eroberte. Die Armee habe nach Angaben des Übergangs-Militärrats, der das Land seit dem plötzlichen Tod des Langzeitherrschers Idriss Déby Itno am 20. April regiert, die Stadt zurückerobert.

Die Rebellen waren am Tag der Präsidentenwahl am 11. April aus Libyen in den Tschad eingedrungen und in Richtung Hauptstadt vorgedrungen. Bei Gefechten der Rebellen mit der Armee war der an die Front gereiste Déby nach offiziellen Angaben getötet worden. Erst einen Tag zuvor war seine Wiederwahl bestätigt worden. Wenige Stunden später wurde sein Sohn Mahamat als Präsident des Militärrats eingesetzt.

Für die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und für Europa ist der erdölreiche Tschad ein militärisch wichtiger Partner in der von zahlreichen bewaffneten Gruppen bedrohten Sahel-Region.

Der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nach Angaben der Weltbank leben 42 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Auf der internationalen Skala der Entwicklung belegt das zentralafrikanische Land den drittletzten Platz.