Tag der Arbeit
IG-Metall-Chef fordert faire Lastenverteilung in Pandemie

Boomende Börsen und immer mehr Milliardäre – inmitten der Krise: Die IG Metall warnt zum 1. Mai vor einer «massiven Unwucht» in der Corona-Pandemie. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

© dpa-infocom GmbH

Es gebe nicht nur Verlierer in der Coronakrise, sondern auch Profiteure. «Diese massive Unwucht» könne politische Folgen haben, warnt IG-Metall-Chef Jörg Hofmann zum Tag der Arbeit.

Zum Tag der Arbeit hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann von der Politik eine faire Lastverteilung bei den Kosten der Corona-Pandemie gefordert.

Einerseits boomten die Börsen und es habe noch nie so einen rasanten Zuwachs an Milliardären gegeben, sagte der Gewerkschafter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gleichzeitig seien Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gegangen und mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen.

«Die Risiken der Pandemie und der Transformation können nicht von den Beschäftigten allein geschultert werden, während andere ihre Chancen nutzen», warnte Hofmann. Die Pandemie hinterlasse nicht nur Opfer und Verlierer, es gebe auch Profiteure. «Diese massive Unwucht kann auch den politischen Raum ins Wanken bringen», warnte Hofmann. «Deshalb brauchen wir entschlossenes politisches Handeln in der Frage der Lastenverteilung.»

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter die Überschrift «Solidarität ist Zukunft» gestellt. Zur Hauptkundgebung in Hamburg werden der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und die Hamburger Landesvorsitzende Katja Karger erwartet. Neben Aktionen vor Ort will der (DGB) wie im vergangenen Jahr einen Livestream zum 1. Mai senden. «Denn eines ist in diesen Zeiten wichtiger denn je: Zeigen, dass die Gewerkschaften für die Menschen in diesem Land aktiv sind», heißt es im Aufruf des Gewerkschaftsbundes.