Der Tag der Arbeit dürfte 2021 zum Streittag über die Folgen der Coronapandemie werden. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat vor Beginn der Kundgebungen von der Politik eine faire Lastverteilung bei den Kosten gefordert. Einerseits boomten die Börsen und es habe noch nie so einen rasanten Zuwachs an Milliardären gegeben, sagte der Gewerkschafter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gleichzeitig seien Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gegangen und mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen.

»Die Risiken der Pandemie und der Transformation können nicht von den Beschäftigten allein geschultert werden, während andere ihre Chancen nutzen«, warnte Hofmann. Die Pandemie hinterlasse nicht nur Opfer und Verlierer, es gebe auch Profiteure. »Diese massive Unwucht kann auch den politischen Raum ins Wanken bringen«, warnte Hofmann. »Deshalb brauchen wir entschlossenes politisches Handeln in der Frage der Lastenverteilung.«

Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, dessen Partei historisch ein enges Verhältnis zu den Gewerkschaften pflegt, forderte höhere Löhne für Arbeitnehmer, die die Pandemie besonders trifft. »Diejenigen, die seit über einem Jahr Corona-Pandemie unser Land am Laufen halten, in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, in den Schulen und Kitas oder an den Supermarktkassen, das sind die Leistungsträger unserer Gesellschaft«, sagte Klingbeil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Sie haben mehr Respekt für ihre Arbeit verdient und das muss sich in besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen ausdrücken.«

SPD fordert Beschränkung grundloser Befristungen

Die SPD stehe an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebsräte und Gewerkschaften, sagte Parteichef Norbert Walter-Borjans. Der Wandel der Gesellschaft dürfe nicht nur wenige Gewinner und viele Verlierer kennen, sondern müsse allen Chancen eröffnen. Er forderte eine Beschränkung grundlos befristeter Arbeitsverträge. Besonders zum Berufsstart brauchten Arbeitnehmer eine Perspektive…