Rund drei Milliarden Einwegbecher verbrauchen die Deutschen pro Jahr. Die Grünen fordern mit einem Antrag im Bundestag, diese Menge in den nächsten vier Jahren zu halbieren. Um das zu erreichen, müsse auch das Pfandsystem geändert werden, berichtet n-tv.

»Wir brauchen eine Mehrweg-Renaissance«

Im Antrag heißt es etwa, dass Mehrwegalternativen künftig immer günstiger angeboten werden müssen als Einwegverpackungen. Außerdem sprechen sich die Grünen für ein bundesweites, digitales Pfandsystem aus. »Ziel muss es sein, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher Pfandbecher und Pfandboxen möglichst bei allen Verkaufspunkten zurückgeben können.«

Bettina Hoffmann, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, sagt: »Die überquellenden Mülltonnen seit Beginn der Corona-Pandemie führen uns endgültig vor Augen: Wir brauchen eine Mehrweg-Renaissance.« Viele Unternehmen, die deutschlandweite Lösungen anböten, warteten nur auf ihren Einstieg – mit klassischem Pfandgeld oder App-basierten Systemen. »Es sollte sich auch finanziell lohnen, Kaffee im Mehrwegbecher zu bestellen. Dazu hilft eine gesetzliche Klarstellung, dass Mehrweg immer das günstigste Angebot sein muss.«

Das Verpackungsgesetz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), über das am Donnerstag im Bundestag abgestimmt werden soll, lehnen die Grünen in ihrem Antrag ab. »Eine bloße Pflicht, Mehrwegalternativen parallel zu Einweglösungen anzubieten, wird absehbar ins Leere laufen«, heißt es im Antrag. Kleinteilige Pfandsysteme, an denen jeweils nur wenige Cafés, Restaurants und Bäckereien teilnähmen, seien nicht verbraucherfreundlich.

Pandemie verschlimmert die Müllberge

Bis 2030 soll sich der Verpackungsabfall in Deutschland nach Wunsch der Grünen-Fraktion auf 100 Kilogramm pro Kopf halbieren. Lebensmittelketten und Getränkemärkte will die Fraktion daher verpflichten, jede Pfandflasche zurückzunehmen. Das heutige Flaschenpfand sei zu kompliziert, sagte Hoffmann….