Zehnter Jahrestag
Shakeel Afridi – der Arzt, der half Osama bin Laden aufzuspüren, sitzt in Isolationshaft

Am 1. Mai 2011 tritt Barack Obama spät Abends vor die Mikrofone.

„Ich kann dem amerikanischen Volk und der Welt berichten, dass wir eine Operation durchgeführt haben, bei der Osama bin Laden, Anführer von Al-Kaida, getötet wurde.“
Ein Team der Navy Seals tötet Osama bin Laden in der Nacht vom 1. auf den 2 Mai im pakistanischen Abbottabad. Der Al-Kaida-Führer hielt sich dort offenbar seit mehreren Jahren versteckt. Die von der CIA geleitete Operation lief unter dem Namen „Neptun’s Spear“ – Neptuns Speer. Sie dauerte nach US-Regierungsangaben 38 Minuten. Dabei starben fünf Personen, keiner der Soldaten wurde demnach verletzt.
Zu den genauen Todesumständen des meistgesuchten Terroristen gibt es verschiedene Versionen. Laut US-Regierung handelten die Soldaten aus Notwehr. Andere Quellen sprechen von einer gezielten Tötung Bin Ladens.
Die gesamte Operation wurde vom Team des Präsidenten in den USA mitverfolgt.
Die Bilder aus dem Weißen Haus gingen anschließend um die Welt.

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Vor zehn Jahren wurde Osama bin Laden aufgespürt und getötet. Der Arzt, der der CIA half, den Al-Kaida-Chef zu identifizieren, bezahlt immer noch für die Kooperation mit dem US-Geheimdienst. Shakeel Afridi sitzt seither in Isolationshaft.

„Er ist nur im Gefängnis, um allen Pakistanern eine Lektion zu erteilen, nicht mit einem westlichen Geheimdienst zu kooperieren“, sagt Husain Haqqani, 2011 pakistanischer Botschafter in der US-Hauptstadt Washington. „Anstatt Bin Ladens Aufenthalt in Pakistan aufzuklären, haben die Behörden Doktor Afridi zum Sündenbock gemacht.“

Vor zehn Jahren lieferte der Arzt Shakeel Afridi dem US-Geheimdienst CIA den Beweis, dass sich der wegen der Anschläge vom 11. September 2001 gesuchte Osama bin Laden tatsächlich in dem vermuteten Haus in der Stadt Abbottabad aufhielt. Der Arzt…