Faktisch hat der Abzug bereits begonnen, seit Wochen wird Material aus Afghanistan gebracht. Mit diesem 1. Mai beginnt aber auch offiziell der Rückzug vom Hindukusch. Zuletzt waren 36 NATO-Staaten und Partnerländer an der Mission beteiligt, darunter 2500 Soldaten aus den USA und rund 1100 aus Deutschland.

Für mögliche Angriffe der Taliban während des Abzugs der internationalen Truppen werden schwere Waffen und zusätzliche Kräfte bereitgehalten. Die US-Armee hat schwere Waffen vor Ort. Für Deutschland soll das Kommando Spezialkräfte (KSK) den Abzug absichern. Von der NATO hieß es, da die Sicherheit der Truppen höchste Priorität habe, würden keine Details zu der Operation mitgeteilt, etwa Truppenzahlen oder Zeitpläne für einzelne Staaten.

Schwer bewaffnete Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (Archivbid)

Militärstrategen rechnen mit zusätzlichen Gefahren durch mögliche Angriffe der militant-islamistischen Taliban auch auf Soldaten des Bündnisses. Jegliche Taliban-Angriffe während des Rückzugs wolle man mit einer „entschiedenen Reaktion“ beantworten, hieß es von der NATO.

US-Präsident Joe Biden hatte Mitte April den Abzug aller US-Soldaten aus Afghanistan bis spätestens zum 11. September angekündigt. Die NATO hatte unmittelbar darauf verkündet, das Bündnis werde den Einsatz vollständig beenden. 

Deutschland, ISAF, NATO, Einsatzort Faisabad – Bundeswehrsoldat vor Ort (Archivbild)

Damit endet auch der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan. Es war der bislang verlustreichste und teuerste Auslandseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr. 59 deutsche Soldaten verloren ihr Leben, 35 bei Anschlägen oder in Gefechten. Mehr als 12 Milliarden Euro kostete der Einsatz, der ursprünglich der Friedenssicherung dienen sollte und dann zum Kampfeinsatz gegen die aufständischen Taliban wurde. Zuletzt war der Kernauftrag der NATO-Truppe die Ausbildung afghanischer Streitkräfte.

Schwierige Sicherheitslage

In Afghanistan wird der Abzug mit gemischten Gefühlen…