Am Donnerstag war in Wien ein 42 Jahre alter Mann verhaftet worden, er steht nach Angaben der Polizei in dringendem Tatverdacht, kurz zuvor eine 35 Jahre alte Frau mit einer Schusswaffe getötet zu haben. Beim Festgenommenen soll es sich österreichischen Medien zufolge um den sogenannten Bierwirt handeln, der wegen eines Rechtsstreits mit der österreichischen Grünenpolitikerin Sigrid Maurer bekannt geworden war. Damals ging es um Beleidigung und sexuelle Belästigung. Laut »Standard« und »ORF« bestätigte der Anwalt die Identität des Verdächtigen. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Opfer um die Partnerin oder ehemalige Partnerin des Mannes handeln.

Die Tat sorgte für Reaktionen unter Politikerinnen und Politikern des Landes. Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen meldete sich per Twitter zu Wort, er sei zutiefst erschüttert. »Entschlossene Maßnahmen sind jetzt endlich dringend erforderlich«, so van der Bellen. Sigrid Maurer erklärte ebenfalls auf Twitter, jede getötete Frau sei eine zu viel.

Österreichs Justizministerin Alma Zadic (Grüne) schrieb, ein Frauenmord geschehe nicht plötzlich, »sondern baut sich in kleinen Schritten auf – von Alltagssexismus über angriffige Nachrichten und Übergriffe bis hin zum Mord«. Man müsse bei der Gewaltprävention ansetzen, diese Serie an Femiziden müsse ein Ende haben, so Zadic.

Behörden wollen Femizide der vergangenen zehn Jahre untersuchen

Innenminister Karl Nehammer sowie die Bundesministerin für Frauen und Integration, Susanne Raab (beide ÖVP) kündigten nun an, ein Maßnahmenpaket zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt zu verabschieden. Am Montag soll ein Sicherheitsgipfel im Innenministerium stattfinden. Außerdem sollen alle Tötungsdelikte an Frauen in den vergangenen zehn Jahren untersucht werden, die Behörden versprechen sich davon Erkenntnisse über Maßnahmen der Polizei vor der Tat und über die Motive der Täter.

So hat es nach Angaben des Innenministeriums in nur…