Der Uno-Sicherheitsrat hat ein sofortiges Ende der Gewalt in Myanmar gefordert. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung riefen die Ratsmitglieder am Freitag zur Umsetzung eines vom Verband Südostasiatischer Staaten (Asean) vorgelegten Plans zur Beilegung der Krise auf. Sie schlossen sich damit auch der Forderung nach der Ernennung eines Myanmar-Gesandten der Asean-Staaten an.

Nach Angaben von Diplomaten wurde die Erklärung des Sicherheitsrats auf Drängen von Russland und Myanmars wichtigstem Verbündetem China abgeschwächt. Laut einem ersten Entwurf des Textes war vorgesehen, dass der Sicherheitsrat die »Gewalt gegen friedliche Demonstranten erneut scharf verurteilt« und das Militär in Myanmar zur »äußersten Zurückhaltung« aufruft. In der Endfassung des Textes fanden sich diese Passagen nicht wieder.

Es handelt sich um die vierte Erklärung des Uno-Sicherheitsrats zu Myanmar seit dem Militärputsch in dem südostasiatischen Land Anfang Februar. Auch die vorherigen Stellungnahmen wurden auf Druck Pekings abgemildert. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit dem Putsch am 1. Februar fast 760 Zivilisten getötet und mehr als 3400 Menschen inhaftiert. Das Militär hat damit eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem Land vorerst beendet.

Studenten sollen sich bewaffnen

In der Erklärung vom Freitag wird die Militärjunta aufgerufen, einen Besuch der Uno-Sondergesandten für Myanmar, Christine Schraner Burgener, zuzulassen. Schraner Burgener hatte den Sicherheitsrat zuvor über ihr Treffen mit Junta-Chef Min Aung Hlaing am Rande des Asean-Gipfels am vergangenen Wochenende in Vietnam informiert. Nach Diplomatenangaben lehnte der Militärmachthaber dabei ihre Bitte nach einer Einreiseerlaubnis erneut ab.

Laut Diplomaten, die bei dem Termin mit dem Sicherheitsrat dabei waren, teilte Schraner Burgener mit, dass im Land die Gewalt zunehme, da eine kollektive internationale Antwort auf den Putsch fehle. Außerdem habe sie gesagt: »Die allgemeine…