Die Entscheidung fiel in einer Delegiertenversammlung in Suhl mit klarer Mehrheit. Hans-Georg Maaßen gewann am Abend 37 der 43 abgegebenen Stimmen. Er hatte mit dem 44-jährigen Hardy Herbert einen Gegenkandidaten aus der Region, der auf sechs Stimmen kam. Der frühere Präsident des Inlandsgeheimdienstes hatte schon im Vorfeld den Zuspruch der zwei größeren der vier beteiligten Kreisverbände in Thüringen erhalten.

In seiner Bewerbungsrede wies Maaßen den Vorwurf einer politischen Nähe zur rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) zurück. Er habe als Verfassungsschutzpräsident 2018 die AfD-Prüfung initiiert und er stehe zum Abgrenzungsbeschluss der CDU, der eine Zusammenarbeit weder mit der Linken noch mit der AfD zulasse. „Ich möchte Menschen, die aus Protest AfD wählen, überzeugen, wieder die CDU zu wählen“, sagte Maaßen. Er stehe aber auch dafür, vor den Problemen, die Migration mit sich bringe, „nicht die Augen zu verschließen“.

Parteichef zeigt Distanz

Die Bewerbung des 58-Jährigen hatte für erheblichen Wirbel und reichlich Kritik gesorgt. CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet betonte unlängst in einem Interview, dass sich auch Maaßen daran werde halten müssen, nicht mit der AfD zu kooperieren oder zu sprechen. Er fügte hinzu, dass er Maaßens Ansichten „in vielem“ nicht teile. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte eine Kandidatur Maaßens ein „schwieriges Signal“. Auch Thüringens CDU-Chef Christian Hirte war zu dem Kandidaturplan auf Distanz gegangen, hatte aber auch klar gestellt, dass die CDU-Kreisverbände in Südthüringen frei in ihrer Entscheidung seien.

„Schwieriges Signal“: CSU-Chef Markus Söder (Archivbild)

Thüringens früherer Ministerpräsident Bernhard Vogel ging ebenfalls auf Abstand zu Maaßen. Dieser stehe „nicht in der Mitte meiner Partei. Und er passt nicht zum Erscheinungsbild der CDU“ sagte der ehemalige CDU-Landeschef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er müsse die Zuständigkeit…