Die Kür von Hans-Georg Maaßen zum Bundestagskandidaten der CDU in Thüringen sorgt in der eigenen Partei für Ärger. Bundesvorstandsmitglied Serap Güler machte sich auf Twitter Luft: »An die 37 Parteikollegen in Südthüringen: Ihr habt echt den Knall nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen?«, schrieb die Politikerin, die auch Staatssekretärin in Nordrhein-Westfalen ist und als Vertraute von CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet gilt. Wer aus so großer Angst vor der AfD so handle, der habe »so vieles längst aufgegeben«, schreibt Güler. Es sei »ein bitterer Tag«.

Der CDU-Europaabgeordnete und Laschet-Unterstützer Dennis Radtke warnte in Anspielung auf Radikalisierungstendenzen bei den US-Republikanern von einer »Teapartysierung« der CDU, er sprach von einem »unfassbaren« Vorgang.

Der frühere Bundesverfassungsschutzpräsident Maaßen war am Freitagabend gegen die Empfehlung von Bundes- und Landes-CDU in dem Bundestagswahlkreis 196 (Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg) zum Direktkandidaten der CDU gewählt worden. Maaßen selbst zeigte sich überzeugt, dass er Stimmen von der AfD zur CDU zurückholen könne. Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte gratulierte Maaßen nach der Wahl: »Ich erkenne an, dass Maaßen die Mehrheit vor Ort von sich überzeugen konnte und respektiere das Votum der Delegierten.«

Maaßen war 2018 als Präsident des Bundesverfassungsschutzes in den Ruhestand versetzt worden. Umstritten waren vor allem seine Kontakte zur AfD sowie Äußerungen im Zusammenhang mit mutmaßlich rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz. Auch danach hat Maaßen immer wieder mit rechtsnationalen Standpunkten für Aufsehen gesorgt.

»Randfigur im demokratischen Spektrum«

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien, ebenfalls Bundesvorstandsmitglied, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: Hans-Georg Maaßen sei »eine Randfigur im demokratischen…