Als in der 42. Spielminute das 5:0 für Borussia Dortmund fiel – ein eigentlich ungefährlicher Schuss von Jude Bellingham, der von Kiels Abwehrspieler Simon Lorenz aber unhaltbar abgefälscht wurde – da schien es fast so, als sei es BVB-Kapitän Marco Reus unangenehm, dass sein Team schon wieder getroffen hatte. Reus jubelte nicht, sondern trabte zum Kieler Torhüter Thomas Dähne und klapste dem frustrierten Gegenspieler auf die Schulter, eine Geste irgendwo zwischen Aufmunterung und Entschuldigung. „Ich glaube, dass wir heute vor dem Tor sehr konsequent waren“, sagte Reus nach dem Spiel am ARD-Mikrofon. „Wir sind sehr froh, dass wir schnell die Tore gemacht haben, um die Sicherheit zu haben. Wir sind sehr froh, dass wir ins Finale eingezogen sind.“

Nachdem Giovanni Reyna die ersten beiden BVB-Tore erzielt hatte (16. und 23. Minute), hatte Reus das 3:0 beigesteuert (26.). Noch vor der Pause trafen auch noch Thorgan Hazard (32.) und Bellingham (42.) und erhöhten auf 5:0. Da die Dortmunder in der zweiten Halbzeit in den Verwaltungsmodus schalteten, kamen nach dem Seitenwechsel keine weiteren Treffer hinzu.

Kiel zweimal in Quarantäne

Für die Kieler war es trotzdem ein Abend zum Vergessen. Allerdings ist leicht nachvollziehbar, warum nach dem frühen, hohen Rückstand kein Aufbäumen des Zweitligisten mehr drin war. Zweimal innerhalb der vergangenen zwei Monate hatte sich das gesamte Team wegen COVID-19-Infektionen im Spielerkreis in häusliche Quarantäne begeben müssen. 

Bis zum 20. April durften die Kieler Profis nur zu Hause trainieren. Seitdem absolvieren sie ihr strammes Restprogramm: innerhalb von viereinhalb Wochen acht Punktspiele, dazu noch das DFB-Pokal-Halbfinale beim BVB. Es war bereits die zweite Quarantäne für die Kieler Mannschaft gewesen, nachdem es bereits Mitte März einige positive Coronafälle gegeben hatte. Zweimal 14  Tage ohne richtiges Training innerhalb von sechs Wochen – kein Wunder, dass es um die Form der Profis nicht zum Besten steht.

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