Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans sind mehr als 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Nach Angaben des Innenministeriums in Kabul kamen mindestens 21 Menschen bei dem Anschlag in der Provinzhauptstadt Pul-e-Alam ums Leben, mindestens 91 weitere wurden demnach verletzt. Präsident Aschraf Ghani machte die radikalislamische Taliban-Miliz verantwortlich.

Nach Angaben örtlicher Behörden explodierte eine Autobombe vor einem Studentenwohnheim in der Hauptstadt der Provinz Logar. Nach Angaben des Innenministeriums war die Wucht der Explosion so groß, dass die Dächer umstehender Häuser einstürzten. Menschen seien unter den Trümmern verschüttet, Rettungskräfte seien im Einsatz. Auch ein Krankenhaus wurde demnach beschädigt, mehrere Ärzte und Patienten wurden verletzt.

Präsident Ghani sagte, die radikalislamische Taliban-Miliz hätte »ein weiteres Mal gezeigt, dass sie nicht gewillt sind, die derzeitige Krise friedlich und grundlegend zu lösen, sondern die Lage noch verkomplizieren und die Gelegenheit für einen Frieden verschwenden.«

Der Angriff ereignete sich einen Tag vor dem formellen Beginn des Abzugs der US-Truppen aus Afghanistan. Die Regierung des früheren US-Präsidenten Donald Trump hatte den radikalislamischen Taliban einen Abzug der Nato-Truppen bis zum 1. Mai in Aussicht gestellt. Angesichts fehlender Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul wurde dieser Termin nicht eingehalten.

Trumps Nachfolger Joe Biden beschloss dann, den Abzug zum 1. Mai zu beginnen und spätestens am 11. September abzuschließen.