Die Crew der „Sea-Watch 4“ habe am Freitag und in der Nacht zu Samstag in zwei weiteren Einsätzen knapp 190 Menschen an Bord geholt, teilte die in Berlin ansässige Organisation mit. Damit seien nach vier Rettungen insgesamt 308 Bootsmigranten an Bord des Schiffes. Sea-Watch habe nun einen sicheren Hafen in Italien und Malta angefragt.

„Ocean Viking“ darf in sizilianischen Hafen einlaufen

Auch an Bord der „Ocean Viking“ der Organisation SOS Méditerranée warten viele Geflüchtete darauf, an Land gehen zu dürfen. Das Rettungsschiff bekam inzwischen von den italienischen Behörden die Erlaubnis, den Hafen in Augusta auf der Insel Sizilien anzulaufen, wie die Organisation mitteilte. An Bord befinden sich laut SOS Méditerranée 236 Menschen, darunter viele unbegleitete Minderjährige. Die Anlandung war demnach für diesen Samstag geplant.

Scharfe Kritik übten beide Organisationen an der EU und an Libyen, von wo aus die meisten Migranten ihre Flucht über das Meer starten, unter anderem dafür, dass immer wieder Migranten von der libyschen Küstenwache zurück in das Bürgerkriegsland gebracht werden.

„Fundamentale Rettungslücke“ vor Libyens Küste

„Einmal mehr wurde uns innerhalb weniger Stunden vor Augen geführt, wie die bittere Realität im Mittelmeer wirklich aussieht“, erklärte die Einsatzleiterin der „Sea-Watch 4“, Hannah Wallace Bowman: „Dass wir als ziviles Rettungsschiff in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Seenot retten mussten, zeigt erneut die fundamentale Rettungslücke, die europäische Staaten an der tödlichsten Seegrenze der Welt geschaffen haben.“

Geflüchtete warten auf einem Schlauchboot auf Rettung (von SOS Méditerranée Ende April veröffentlichtes Bild)

Die Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland, Verena Papke, sagte: „In Libyen internierte, gefolterte und ausgebeutete Menschen haben keine andere Wahl, als die gefährliche Flucht über das Mittelmeer zu riskieren.“ Die Zustände in Libyen seien „den politisch Verantwortlichen in…