Bei einer Massenpanik auf einem großen jüdischen Fest im Norden Israels sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte berichteten von mindestens 38 Todesopfern. Mehr als 100 Personen wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Die Hilfsorganisation Magen David Adom (MDA) sprach am frühen Freitagmorgen von einer „unfassbaren Katastrophe“. Ein Sprecher des Rettungsdienstes Zaka sagte: „Ich bin seit mehr als 20 Jahren beim Rettungsdienst, so etwas habe ich noch nie gesehen.“ Israels Präsident Reuven Rivlin erklärte, er verfolge die Berichte aus dem Ort Meron und bete für die Genesung der Verletzten. Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu zeigte sich bestürzt.

Dicht gedrängt

Auf Videos in sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie die Menschen vor dem Unglück dicht gedrängt und ausgelassen sangen, tanzten und hüpften. Aus Polizeikreisen hieß es, die Panik sei ausgelöst worden, nachdem Menschen auf Treppen ausgerutscht und hingefallen waren. Die hinter ihnen laufenden Menschen seien dann gestürzt.

Vor dem Unglück: Viele ultraorthodoxe Juden auf einer Tribüne

Die Behörden hatten die Teilnehmerzahl auf 10.000 Pilger beschränkt, nach Angaben der Organisatoren reisten aber mindestens 30.000 Gläubige aus ganz Israel nach Meron. 

Lag BaOmer ist ein Fest, bei dem unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer in den Jahren 132 bis 135 erinnert wird. Rabbi Schimon Bar Jochai, der an dem Aufstand beteiligt war, wurde auf dem Meron-Berg bestattet. Sein Grab ist ein Wallfahrtsort.

wa/bru (dpa, afp)