Am Mittwoch durchsuchten Verfassungsschützer Wohnung und Büro des ehemaligen persönlichen Anwalts von Ex-Präsident Donald Trump, Rudolph Giuliani. Sie fahndeten nach Giulianis Unterlagen über die angebliche Ukraine-Affäre um den aktuellen US-Präsidenten Joe Biden und dessen Sohn Hunter. Jetzt gab Giuliani dem TV-Sender Fox ein Interview – und zeigte sich entrüstet über die Aktion, bei der Mobiltelefone und Computer beschlagnahmt wurden.

Rudolph Giuliani: „Wir könnten uns genauso gut in Ostberlin vor dem Mauerfall befinden. Das ist eine Taktik, die wir aus Diktaturen kennen: Die Unterlagen eines Anwalts beschlagnahmen, während er noch Klienten vertritt.“

Die Staatsanwaltschaft sucht bei Giuliani unter anderem Beweise für Geldwäsche, Überweisungsbetrug und Verletzung der Kampagnenfinanzierungsregeln, vor allem aber für eine mutmaßliche illegale Lobbyarbeit für ukrainische Interessen durch Giuliani. Auch Giulianis Sohn Andrew kritisierte das Vorgehen der Beamten – und lieferte Stoff für Verschwörungstheorien.

Andrew Giuliani: „Wenn dies dem ehemaligen Anwalt eines Ex-Präsidenten geschehen kann, dann auch jedem Amerikaner. Das einzige Beweismittel, das sie dort oben heute nicht mitgenommen haben, ist das einzige belastende Beweismittel, das es gibt. Und das gehört nicht meinem Vater. Es gehört dem Sohn des aktuellen Präsidenten.“

Was genau damit gemeint war, hat er bislang nicht ausgeführt. Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2020 hatte Rudolph Giuliani Donald Trump unterstützt und war in der Ukraine-Affäre laut Berichten der New York Times durch Russland beeinflusst worden, um Trump den Wahlsieg zu sichern.

Im TV-Interview wies Rudolph Giuliani das noch einmal von sich: „Ich versichere Ihnen, ich habe zu keiner Zeit Ausländer repräsentiert. Das steht auch so in meinen Verträgen, da ich nach meinem Bürgermeisteramt keine Lobbyarbeit verrichten wollte.”

Beistand erhielt er jetzt von Donald Trump: Der Ex-Präsident nannte die Razzia in einem Interview mit Fox…