Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut seine Sparte um Nahrungsergänzungsmittel aus und kauft den US-Vitaminhersteller Bountiful. Der Deal über 5,75 Milliarden US-Dollar (4,74 Milliarden Euro) mit dem Finanzinvestor KKR solle im zweiten Halbjahr abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen im schweizerischen Vevey mit.

Nestlé will die Kernmarken Nature’s Bounty, Solgar, Osteo Bi-Flex und Puritan’s Pride ins eigene Portfolio übernehmen und in die Sparte Health Science integrieren. Die Übernahme mache die Sparte »zur Branchenführerin in den Einzelhandelsketten, im Fachhandel sowie im Onlinehandel und im Verbraucher-Direktvertrieb in den USA«, sagte Health-Science-Leiter Greg Behar.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2020/2021 hatte Bountiful nach Angaben von Nestlé einen Umsatz von 1,87 Milliarden Dollar eingefahren, die Marge zum operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 18,3 Prozent. Wahrscheinlich werde diese durch einmalige Integrationskosten negativ beeinflusst, hieß es.

Umbau mit veganen Burgern

Die 1971 gegründete Firma Bountiful beschäftigt mehr als 4500 Personen. Neben dem Hauptsitz auf Long Island bei New York ist die Firma auch an anderen US-Standorten sowie unter anderem in Kanada und Großbritannien tätig.

Nestlé-Konzernchef Mark Schneider baut den Traditionskonzern seit Längerem um und setzt dabei auf Trendprodukte wie vegane Burger und gesunde Nahrungsmittel, die mit Zukäufen ausgebaut werden. Dafür trennt sich Nestlé von schwächeren Bereichen und Sparten, jüngst etwa vom nordamerikanischen Wassergeschäft oder der chinesischen Yinlu-Marke.

Das Unternehmen will sein gesamtes Wasserportfolio bis 2025 klimaneutral gestalten, zudem kündigte der Konzern an, Wassereinzugsgebiete wiederherzustellen. Wasseranbieter sehen sich angesichts ökologischer Bedenken wie der hohen Plastikmüllmenge großer Kritik ausgesetzt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte 2018 mitgeteilt, dass Nestlé zu den größten drei Produzenten…