Nach Kämpfen an der Grenze zu Tadschikistan ist die Zahl der Toten in Kirgisistan gestiegen. Auf kirgisischer Seite seien 13 Menschen getötet und 121 weitere verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Bischkek mit. Mehr als 10.000 Menschen wurden aus zwei Bezirken an der Grenze in Sicherheit gebracht. Wie die Regierung der Grenzregion Batken mitteilte, kamen sie in Notunterkünften oder bei Verwandten unter.

Soldaten aus Kirgisistan und Tadschikistan hatten sich am Donnerstag die heftigsten Kämpfe seit Jahren geliefert. Die beiden zentralasiatischen Länder einigten sich aber rasch auf einen Waffenstillstand, der nach kirgisischen Angaben am Donnerstagabend in Kraft trat. Die Soldaten seien daraufhin in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Tadschikistan bestätigte die Einigung am Freitagmorgen.

Auslöser der Kämpfe war wohl ein Streit um Wasserverteilung

Ein Polizist aus der Region Batken sagte der Nachrichtenagentur AFP, in der Nacht seien die Kämpfe noch weitergegangen, aber nicht mehr so intensiv wie am Tag. Sowohl Militäreinheiten als auch Zivilisten hätten sich weiter beschossen.

Beide Seiten machten sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich. Den Kämpfen war offenbar ein Streit zwischen Zivilisten um eine Wasserverteilungsstelle vorausgegangen. Kirgisistan nahm daraufhin nach eigenen Angaben einen tadschikischen Grenzposten ein.

Die zentralasiatischen Nachbarstaaten sind seit Jahrzehnten in Grenzstreitigkeiten verwickelt. Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 ist es immer wieder zu Gefechten an der Grenze gekommen. Mehr als ein Drittel der Grenze ist umstritten. Die ungewöhnlich heftigen Kämpfe am Donnerstag weckten jedoch Befürchtungen, der Konflikt könnte endgültig eskalieren.