Die Bundesanwaltschaft geht erneut gegen Anhänger des »Islamischen Staats« in Deutschland vor. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wurde nun gegen einen mutmaßlichen Geldbeschaffer für die Terrorvereinigung ein neuer Haftbefehl erlassen. Dem Iraker wird demnach neben der IS-Mitgliedschaft die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.

Der Mann soll eine zentrale Rolle bei der Geldbeschaffung für den IS in Deutschland gespielt und Spendensammlungen organisiert haben. Auch soll er Finanzmittler zwischen IS-Unterstützern in Deutschland sowie IS-Mitgliedern in Syrien gewesen sein.

Der Beschuldigte kam Anfang 2016 vom Irak nach Deutschland. Von Juni bis September 2020 soll er mehrfach Geldbeträge mit einem Gesamtvolumen von mindestens 12.000 US-Dollar nach Syrien und in den Libanon transferiert haben, um »Glaubensschwestern« in syrischen Flüchtlingslagern zu versorgen oder für ihre Rückkehr zum IS Schlepper zu bezahlen.

Angeklagter wollte wohl auch für den IS kämpfen

Außerdem sollte laut der Anklagebehörde mit dem Geld ein IS-Kämpfer aus dem Gefängnis befreit werden. Anfang des Jahres wurde der Beschuldigte an der deutsch-schweizerischen Grenze festgenommen. Er war laut Bundesanwaltschaft auf dem Weg nach Syrien oder Afrika, um für die Terrormiliz zu kämpfen.

Der Iraker ist seit seiner vorläufigen Festnahme am 2. Januar in Untersuchungshaft – aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Karlsruhe. Die zwischenzeitlich von der Generalstaatsanwaltschaft München geführten Ermittlungen hat die Bundesanwaltschaft am 29. März übernommen.