Jobwechsel wegen Corona
Früher Flugbegleiterin, jetzt DHL-Fahrerin: Sophia, 32, über ihr „unerwartetes Job-Jahr“

Sophia Daub, 32, als Flugbegleiterin und in ihrem neuen Job als Paketfahrerin in Hamburg

© DPDHL Group/Laetsch und privat

Sophia Daub flog mit reichen Russen um die Welt, dann kam der erste Lockdown. Im zweiten machte ihr Restaurant zu. Jetzt fährt sie Pakete für DHL aus – und wartet darauf, dass das nächste Kapitel am Meer beginnt. Protokoll eines Corona-Jobjahres.

Protokoll: Daniel Bakir

Die Corona-Krise hat meine Pläne ganz schön durcheinander gewirbelt und mir ein eher unerwartetes Job-Jahr beschert. Ich bin gelernte Hotelfachfrau und habe lange in der Gastronomie gearbeitet. Ab dem Sommer 2010 bin ich acht Jahre lang als Stewardess mit Air Berlin geflogen. Fünf Monate vor Ausbruch der Corona-Pandemie habe ich als Flugbegleiterin bei Air Hamburg angefangen. Das ist eine private Airline, die wohlhabende Personen buchen, wenn sie nach Nizza, Genf oder auf die Malediven jetten wollen. Spannend, was man da alles erlebt. Wegen der Corona-Krise war der Job dann leider noch in der Probezeit beendet.

Ich war seit Anbeginn meiner Ausbildung noch keinen einzigen Tag in meinem bisherigen Leben arbeitslos und finde die Vorstellung schon ganz schrecklich. Bei einem Jobportal habe ich dann entdeckt, dass DHL Aushilfen sucht, und das zu keinem so schlechten Kurs. Da habe ich mich kurz entschlossen gemeldet und auf 450 Euro-Basis angefangen. Allein das Gefühl gebraucht zu werden, hat mir schon echt geholfen, durch den ersten Lockdown zu kommen. 

Nächster Lockdown – nächste Branche dicht

Zum Juni 2020 fing ich dann im Ahoi-Restaurant von Steffen Henssler an, allerdings in Travemünde; da ging es schon viel früher wieder los. Die Fahrerei jeden Tag gefühlte drei Stunden über die Autobahn habe ich in Kauf genommen. Unterm Strich war es…