Die europäische Wettbewerbsaufsicht sei nach vorläufiger Einschätzung der Meinung, dass der US-Konzern Apple in Europa den Wettbewerb zum Nachteil von Konkurrenten und Kunden störe, erklärte die EU-Kommission in Brüssel. „Durch strikte Regeln im App Store zum Nachteil konkurrierender Musik-Streamingdienste nimmt Apple den Nutzern die Wahl, billigere Dienste zu nutzen“, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. So beanstandet die Kommission in ihrem Beschwerdeschreiben an Apple, dass Konkurrenten hohe Gebühren auf jede Transaktion im App Store zahlen müssen. Außerdem verbiete der Konzern den Rivalen, Nutzer von Apple-Geräten über die günstigeren Alternativen zu informieren.

Die Wettbewerbshüter zeigten sich besorgt, dass Nutzer von Apple-Geräten höhere Preise für Musikstreaming-Abos bezahlen müssten oder einige Abonnements nicht in ihren Apps kaufen könnten. Sie kamen in ihren vorläufigen Feststellungen auch zu dem Schluss, dass Apple eine dominierende Marktposition beim Vertrieb von Musikstreaming-Anwendungen im App Store habe. Der Konzern sei zugleich „Torwächter“ und Konkurrent mit seinem eigenen Dienst Apple Music, betonte Vestager.

Es droht eine schmerzhafte Kartellstrafe

Die Mitteilung der Kommission ist eine Vorstufe zu einer Kartellstrafe, die bis zu zehn Prozent des relevanten Jahresumsatzes betragen kann. Die EU-Kommission war auf eine Beschwerde des ursprünglich in Schweden gegründeten Musik-Streamingdienstes Spotify vor zwei Jahren hin aktiv geworden. Spotify hatte beklagt, der US-Konzern halte Konkurrenten wettbewerbswidrig vom Zugang zum Streamingdienst Apple Music fern und verlange von App-Entwicklern eine Gebühr von 30 Prozent für Einkäufe. Setzt sich die EU-Kommission durch, würde dies das Geschäftsmodell von Apple für den App Store auch bei anderen Diensten infrage stellen.

Apple reagierte scharf auf die Mitteilung aus Brüssel: „Die Argumentation der Kommission zugunsten von Spotify ist das Gegenteil von fairem Wettbewerb.“…