Der US-Chipkonzern Intel will staatliche Hilfen in Höhe von acht Milliarden Euro für den Bau einer Chipfabrik in Europa. Konzernchef Pat Gelsinger sagte der Zeitschrift »Politico«, sein Unternehmen habe sowohl die USA als auch die europäischen Regierungen aufgefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Chip-Produktion im Wettbewerb mit Asien bestehen könne. Gelsinger traf EU-Kommissar Thierry Breton in Brüssel zu Gesprächen über eine europäische Halbleiterstrategie.

Als möglichen Standort für eine Fabrik brachte Gelsinger Deutschland ins Gespräch: »Geopolitisch, wenn man in Europa sein will, will man in Kontinentaleuropa sein«, sagte er. »Wir denken, dass Deutschland ein guter Kandidat ist – nicht der einzige, aber ein guter Kandidat.« Bei seiner Deutschlandreise sprach Gelsinger unter anderem mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Daneben standen Termine mit Managern von BMW und der Deutschen Telekom an.

Weltweit gibt es derzeit Engpässe bei Elektronikchips. Das zwingt unter anderem Autokonzerne seit Wochen zu Unterbrechungen der Produktion. Daimler, BMW und Volkswagen schickten deswegen Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit. Grund für die Probleme ist, dass viele Chipfirmen während des Auto-Absatzeinbruchs zu Beginn der Coronakrise ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik umgestellt hatten – im zuletzt wieder besser laufenden Autogeschäft fehlen nun Teile.

Intel will 20 Milliarden Dollar in den USA investieren

Der Intel-Chef hatte erst vergangenen Monat eine neue Strategie angekündigt, die unter anderem Investitionen in die Chip-Produktion in den USA im Volumen von 20 Milliarden Dollar vorsieht. Zusätzlich sucht er nach einem möglichen Standort für ein Werk in Europa. »Wir würden an unserem neuen Standort über ein Jahrzehnt hinweg sechs bis acht Fabs (Halbleiterwerk, Anm. d. Red.) errichten«, sagte er dem »Handelsblatt«. »Das wäre das mit Abstand größte Fab-Projekt auf…