Zeitweise verzeichnete die Union in der Coronakrise Zustimmungswerte von fast 40 Prozent. Davon sind CDU und CSU derzeit weit entfernt. Um eine Niederlage bei der Bundestagswahl im September abzuwenden, verstärkt die CDU ihre Kampagnenplanung und verändert in der Parteizentrale die Strukturen.

Den Umbau treiben Generalsekretär Paul Ziemiak und Bundesgeschäftsführer Stefan Hennewig voran. Herzstück ist nach SPIEGEL-Informationen ein neues Kampagnenlagezentrum, in dem verschiedene Ebenen der Wahlkampfführung gebündelt werden.

So sollen in der neuen Abteilung der Newsroom, die Social-Media-Kommunikation sowie das Data- und das Mobilisierungsteam zusammenarbeiten. Zudem soll es integrierte Teams aus Mitarbeitern der Partei sowie der beteiligten Agenturen geben, um kommunikativ und operativ schneller auf aktuelle Entwicklungen im Wahlkampf zu reagieren. Der Ansatz, die gesamte Kampagne zentral zu steuern, ist an das Konzept des »war room« angelehnt, das seit Jahren in großen US-Wahlkämpfen üblich ist.

Die neuen Strukturen gehen mit größeren personellen Veränderungen einher. Johannes Dickhut-Bielsky und Timon Radicke sollen das Lagezentrum leiten. Dickhut-Bielsky war bislang Vize-Bereichsleiter »Strategie und Planung«, Radicke kommt neu ins Adenauerhaus.

Ziemiak holte mit dem Marketing-Experten Stefan Wacker zudem einen neuen Leiter der Social-Media-Kommunikation. Die bisherige Strategie-Chefin Simone Großner wird zur stellvertretenden Bundesgeschäftsführerin befördert. Sie verantwortet zudem als Bereichsleiterin für Programm und Analyse auf Arbeitsebene das Regierungsprogramm der CDU. Neuer Strategie-Chef wird Stefan Gruhner, bisher Leiter der Stabsstelle »Zukunft der Volkspartei« und verantwortlich für die Kontakte in die Landesverbände.

Indem sie die Wahlkampfaktivitäten verstärkt, dürfte die CDU-Führung auch den Abwärtstrend stoppen wollen. Seit der Maskenaffäre vor einigen Wochen und den Schwierigkeiten im Pandemiemanagement hat sich die…