Allein in Chinas Catering-Industrie werden jedes Jahr ungefähr 18 Milliarden Kilogramm Lebensmittel verschwendet. Diese Zahl nennt das staatliche Fernsehen im Zusammenhang mit einem neuen Gesetz. Dieses soll der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken.

Demnach können künftig etwa übermäßige Bestellungen bei Catering-Dienstleistern mit einer Strafe von bis zu 10.000 Yuan (umgerechnet etwa 1275 Euro) geahndet werden. Doch die Vorgabe geht noch weiter: So dürfen Catering-Dienste künftig eine Entsorgungsgebühr von Kunden verlangen, die große Mengen an Lebensmittelabfällen hinterlassen.

Wie der staatliche Fernsehsender CGTN berichtete, ist das neue Gesetz eine Reaktion darauf, dass in der Volksrepublik immer mehr Lebensmittel weggeschmissen würden.

Im vergangenen August hatte sich Chinas Präsident Xi Jinping persönlich des Themas angenommen. Der Staatschef bezeichnete die Menge der verschwendeten Lebensmittel als schockierend. Verschwendung sei beschämend, Sparsamkeit dagegen ehrenwert, so seine Vorgabe. Die Coronavirus-Pandemie sowie schwere Überschwemmungen im Sommer 2020 hatten zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise geführt. Als Reaktion darauf forderten auch Gastronomen ihre Kunden auf, weniger Gerichte zu bestellen.

Reste auf dem Teller gehören zum guten Ton

Lokale Behörden starteten außerdem Programme zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. In die Kritik gerieten auch Online-Videos, in denen sich Menschen dabei zeigten, wie sie übermäßig viele oder teure Gerichte zu sich nehmen.

Lebensmittelverschwendung hat in China auch kulturelle Hintergründe. Es gehört bei Gruppenmahlzeiten zum guten Ton, immer etwas Essen auf den Tellern zurückzulassen – sonst würde der Gastgeber das Gesicht verlieren, weil er nicht genug bestellt hat. Außerdem gilt das Schwelgen im Überfluss in Chinas aufstrebender Mittelschicht als Zeichen von Wohlstand.