Bei einem Anschlag mit einer Autobombe bei einem Gästehaus sind in Afghanistan mindestens 16 Menschen getötet worden. Mehr als 60 Personen wurden bei dem Vorfall in der Provinzhauptstadt Pul-i Alam verletzt, wie ein Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde weiter mitteilte. Viele der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand und seien in die Hauptstadt Kabul transportiert worden, berichtete er. 

Vertreter der Provinzregierung von Logar sprechen von noch höheren Opferzahlen. Der Provinzrat Hasibullah Stanaksai sagte, mindestens 25 Menschen seien getötet worden. Ein anderer Politiker erklärte, es gebe mindestens 30 Tote. Der Großteil der Opfer sind nach übereinstimmenden Berichten Schüler. Sie waren für die Aufnahmeprüfungen zur Universität in die Provinzhauptstadt gekommen.

Unter den Trümmern liegen noch viele Opfer

Wie es heißt, befinden sich noch weitere Opfer unter den Trümmern der Häuser, die bei der Explosion zerstört wurden. Auch ein Krankenhaus sei teilweise zerstört worden. Das Gebiet, in dem die Autobombe detonierte, sei ein Wohnviertel. Ein Polizeisprecher sagte, an der Rettungsaktion beteiligten sich Polizei, Militär und Geheimdienst. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani beschuldigte in einer Mitteilung die militant-islamistischen Taliban. Er verurteilte den Anschlag und erklärte, dass die Taliban selbst im Monat Ramadan, der ein Monat der Barmherzigkeit und Vergebung sei, nicht aufhörten, Menschen zu töten. Die Islamisten würden so beweisen, dass sie nich

t den Willen hätten, die anhaltende Krise friedlich zu lösen.

Die afghanische Regierung und die Taliban führen seit September Friedensgespräche im Golfemirat Katar. Diese waren allerdings zuletzt ins Stocken geraten. Die Gewalt im Land dauert an. Der Anschlag erfolgte kurz vor dem offiziellen Beginn des Abzugs der internationalen Truppen, die die Regierung unterstützen, aus Afghanistan.

haz/wa (dpa, rtr, afp)