Die Arbeitswelt ändert sich rasend schnell, doch die Beschäftigungszeiten bleiben in Deutschland seit 30 Jahren weitgehend gleich. So gingen Vollzeitkräfte ihrer Arbeit im Jahr 2019 rund 41 Stunden in der Woche nach. Das waren nur rund 25 Minuten weniger als unmittelbar nach der Wiedervereinigung im Jahr 1991, wie das Statistische Bundesamt zum Tag der Arbeit mitteilte.

Ähnlich blieb mit 9,7 Prozent auch der Anteil von Erwerbstätigen, die wöchentlich mehr als 48 Stunden für ihren Job aufwenden. Knapp 30 Jahre zuvor hatten das 10,3 Prozent der Befragten von sich gesagt. Vor allem Führungskräfte und Selbstständige berichten von solch sehr langen Arbeitszeiten.

Wegen der vielen Teilzeitbeschäftigten ist in der betrachteten Zeitspanne allerdings die durchschnittliche Arbeitszeit sämtlicher Erwerbstätigen um fast vier Stunden auf 34,8 Stunden gesunken. Die Teilzeitkräfte waren 2019 durchschnittlich 19,5 Wochenstunden im Einsatz.

Deutsche arbeiten flexibler als im EU-Schnitt

Gestiegen sind auch die Arbeitseinsätze außerhalb der klassischen Tageszeiten. So musste 2019 fast ein Fünftel der Beschäftigten regelmäßig auch abends zwischen 18 und 23 Uhr ran, nachts ist es dann nur noch jeder Zwanzigste. 24,1 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten regelmäßig samstags, an Sonntagen nur noch 11,7 Prozent.

Schon vor der Corona-Pandemie konnte sich laut Statistik fast die Hälfte der Erwerbstätigen hierzulande die Arbeitszeit flexibel einteilen: 21 Prozent konnten komplett frei über ihre Arbeitszeit verfügen, weitere 28 Prozent zumindest teilweise. Der Anteil von insgesamt 49 Prozent ist deutlich höher als im EU-Durchschnitt mit 39 Prozent.