„Wir stellen uns der historischen und moralischen Verantwortung, Deutschlands koloniale Vergangenheit ans Licht zu holen und aufzuarbeiten. Der Umgang mit den Benin-Bronzen ist dafür ein Prüfstein“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters nach einer von ihr einberufenen Online-Konferenz mit Museumsexperten und politisch Verantwortlichen.

Neben größtmöglicher Transparenz würden „vor allem substanzielle Rückgaben angestrebt“, erklärte Grütters. „So möchten wir zur Verständigung und zur Versöhnung mit den Nachkommen der Menschen beitragen, die in der Zeit des Kolonialismus ihrer kulturellen Schätze beraubt wurden.“ Zunächst solle bis zum 15. Juni eine Aufstellung aller im Besitz deutscher Museen befindlichen Benin-Bronzen veröffentlicht werden. 

Im Dialog mit Nigeria

„Das ist ein historischer Schritt“, meinte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. „Wir hoffen, dass wir schon 2022 mit Rückgaben beginnen können.“ In Gesprächen mit Partnern in Nigeria solle auch geklärt werden, „unter welchen Bedingungen in deutschen Museen auch weiterhin Benin-Bronzen gezeigt werden können“.

Benin-Bronzen – hier in einer Ausstellung in Leipzig

Bundesaußenminister Heiko Maas zeigte sich erleichtert: „Dass es jetzt gelungen ist, mit den Museen und ihren Trägern einen Fahrplan für Restitutionen von Objekten zu vereinbaren, ist ein Wendepunkt in unserem Umgang mit der Kolonialgeschichte“, sagte Maas. „Man habe seit Monaten intensiv daran gearbeitet, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. „Von der archäologischen Zusammenarbeit über die Ausbildung von Museumsmanagern bis hin zur Hilfe bei der kulturellen Infrastruktur haben wir hier ein Paket geschnürt und arbeiten daran weiter mit unseren nigerianischen Partnern.“

Legendäre Kunstschätze

Die Benin-Bronzen sind eine Gruppe von mehreren tausend Metalltafeln und Skulpturen. Sie schmückten seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des damaligen Königreichs Benin und wurden infolge…