US-Raumfahrtpionier
Er war „der vergessene Dritte“: „Apollo 11“-Astronaut Michael Collins ist tot

Michael Collins während des Trainings für den „Apollo 11“-Flug zum Mond. Der Astronaut, der den Mond nicht betreten durfte, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Drei Mann fliegen zum Mond. Einer aber darf den „großen Schritt für die Menschheit“ nicht gehen, damit alle drei wieder nach Hause kommen. Michael Collins war der „vergessene“ dritte „Apollo 11“-Astronaut im Mondorbit. Nun ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Michael Collins hatte den wohl undankbarsten Job der Raumfahrtgeschichte: Während weltweit rund eine halbe Milliarde Zuschauer vor ihren Fernsehern die Mondlandung bejubelten, war der Astronaut mittendrin – und doch ganz alleine. Collins drehte am 21. Juli 1969 (deutscher Zeit) in der Kommandokapsel „Columbia“ Warteschleifen, während seine Kollegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin mit der Landemodul „Eagle“ auf der Oberfläche des Erdtrabanten aufsetzten und Geschichte schrieben. Mehr noch: Weil er sich während des historischen Augenblicks im Funkloch über der der Erde abgewandten Seite des Mondes befand, bekam er von Neil Armstrongs „großen Schritt für die Menschheit“ weniger mit als die Millionen TV-Zuschauer auf der ganzen Welt. Nämlich gar nichts. Das habe ihm nichts ausgemacht, hat Collins stets beteuert.

Nun ist der „vergessene dritte Astronaut“ im Alter von 90 Jahren gestorben, wie seine Familie und die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilten. Collins habe an Krebs gelitten und „seine letzten Tage friedlich im Kreis seiner Familie verbracht“, hieß es in einer Mitteilung der Verwandten. „Wir werden ihn schrecklich vermissen. Aber wir wissen auch, wie glücklich er sich gefühlt hat, das Leben zu leben, das er gelebt hat. Wir werden seinem Wunsch nachkommen, dieses Leben zu feiern und nicht zu trauern.“

Michael Collins – „einsamster Mensch…